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	<title>Prinzip Zufall</title>
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	<description>Kunst und Parapsychologie</description>
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		<title>Die Kunst nach ihrem Ende</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Apr 2012 20:38:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Blumenberg]]></category>
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		<description><![CDATA[Vom Zittern vor der Banalität oder: Wie uns die Betriebsamkeit der Kuratoren und Kunstvermittler in Bann schlägt.

Im Nachlass von Hans Blumenberg fand sich eine kleine Meditation über die Beziehung zwischen Martin Heideggers Frage nach dem Sinn von Sein und der Rolle des MacGuffin in den Thrillern Alfred Hitchcocks. Ihr entnehme ich einen Fingerzeig auf den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Vom Zittern vor der Banalität oder: Wie uns die Betriebsamkeit der Kuratoren und Kunstvermittler in Bann schlägt.<br />
</strong><br />
Im Nachlass von Hans Blumenberg fand sich eine kleine Meditation über die Beziehung zwischen Martin Heideggers Frage nach dem Sinn von Sein und der Rolle des MacGuffin in den Thrillern Alfred Hitchcocks. Ihr entnehme ich einen Fingerzeig auf den Status der Kunst nach der Moderne – das heißt nach ihrem Ende.</p>
<p>MacGuffin: So nannte Hitchcock jenes geheimnisvolle, ungeheuer wichtig erscheinende Element seiner Filme, das durch seine Attraktion die Dramatis Personae in die kühnsten Abenteuer stürzt und den Suspense der Handlung erzeugt, dessen Wesen jedoch im Laufe der Geschichte fragwürdig bleibt und auch am Ende nicht geklärt ist. Der MacGuffin ermöglicht den Plot der ganzen Story, er ist ihr Katalysator, doch wird sein Geheimnisnie gelüftet – um die Enttäuschung zu ersparen, dass er an sich völlig nichtig und banal ist und daher die Leidenschaften, die er entfachte, gar nicht wert war.</p>
<p>Das Sein, sagt Blumenberg, ist der MacGuffin der Philosophie – hält doch dieFrage nach seinem Sinn die gesamte Daseinsanalytik von „Sein und Zeit“ in Atem,des bedeutendsten philosophischen Buches des 20. Jahrhunderts, dessen legendärer zweiter Band, mit dem Heidegger eine Antwort angekündigt hatte, nie geschrieben wurde – und auch nicht geschrieben werden durfte! Denn, so Blumenberg, „wer die Zurüstungen für die Expedition in das Zentrum des vom Dasein verstandenen Seins jemals auf sich hat wirken lassen, zittert vor der Banalitätdessen, was am Ende aller Daseinsanalysen inmitten des Zauberkreises ,Zeithorizont‘ zutage gefördert werden könnte“.</p>
<p><strong>Der Betrieb kreist um das Nichts<br />
</strong><br />
Wenn es sich so verhält – und es verhält sich so! –, dann ist die Kunst ihrerseits (und das ist ein Syllogismus) als „das Sich-ins-Werk-Setzen der Wahrheit des Seienden“ (Heidegger), a fortiori die nachmoderne Kunst, die nicht mehr „schön“ sein will und auch nicht „erhaben“, sondern nur mehr ein Erkenntnismittel und als solches, wie man gerne sagt, „spannend“, der MacGuffin des ästhetischen Diskurses, der ihn ermöglicht und vorantreibt. An sich selber vollkommen bedeutungslos und nichtig, ohne Begleitkommentar meist nur Gerümpel, stachelt er diesen als behaupteter Bedeutungsträger zu immer neuen Sinnvermutungen an, zu den raffiniertesten Spekulationen, zu wahren Abenteuern des Geistes, für die er als katalytisches Agens unentbehrlich, wenn auch fast ohne sinnliche Implikationen ist. „Spannend“ wird die Chose nur durch ihre Besprechung, weil man a priori nie weiß, was die Kuratoren oder die Vermittler denn sagen werden. Deren Wort aber und das ihrer Agentenkollegen hauchen den stummen Artefakten eine Kunstseele ein, die sich a posteriori sehr wohl auch sinnlich expliziert: in Gestalt einer gigantischen artökonomischen Betriebsamkeit, welche die Gemeinde sinnsuchender Kunstfreunde in Bann schlägt und sich ihre eigenen Schulen, Märkte und Institutionen schafft.</p>
<p>Doch bleibt dieser Betrieb, auch wenn er sich zunehmend vom Imaginären ins Reale auslegt, in seinem Wesen tautologisch: Denn er kreist in sich selber um das reine Nichts. Sagte man nämlich wirklich, was man als „Kunst“ noch sieht – und „man zittert vor der Banalität dessen, was das zutage förderte“ –, so wäre die Spannung gelöst und das erregende Spiel zu Ende: Ein MacGuffin erträgt den Ruf seines eigenen Namens nicht, und der Preis der Erkenntnis ist die Langeweile.</p>
<p>Für Emil Breisach. ■</p>
<p><a href="http://diepresse.com/home/spectrum/zeichenderzeit/753285/Die-Kunst-nach-ihrem-Ende-ein-MacGuffinhttp://">(27.04.2012  Rudolf Burger &#8220;Die Presse&#8221;, Print-Ausgabe, 28.04.2012)</a></p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Die+Kunst+nach+ihrem+Ende+http://tinyurl.com/cxozev3" title=" "><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro3.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Die+Kunst+nach+ihrem+Ende+http://tinyurl.com/cxozev3" title=" "> </a> <a class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=831&amp;t=Die+Kunst+nach+ihrem+Ende" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook-micro3.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=831&amp;t=Die+Kunst+nach+ihrem+Ende&amp;c=%3Cp%3EPowered+by+%3Ca+href%3D%22http%3A%2F%2Frichardxthripp.thripp.com%2Ftweet-this%22%3ETweet+This%3C%2Fa%3E%3C%2Fp%3E" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace-micro3.png" alt="Post to MySpace" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Puzzle</title>
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		<pubDate>Fri, 20 Apr 2012 23:30:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Überraschung seines Lebens erlebte der britische Witwer Stuart  Spencer Anfang 2001, als er ein in Deutschland hergestelltes Puzzles  zusammenlegte. Als er fertig war, entdeckte er auf dem Foto seine schon  vor Jahren verstorbene Ehefrau. Sie war fotografiert worden, als sie vor  fünf Jahren einen Ausflug mit einem deutschen Raddampfer machte. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Überraschung seines Lebens erlebte der britische Witwer Stuart  Spencer Anfang 2001, als er ein in Deutschland hergestelltes Puzzles  zusammenlegte. Als er fertig war, entdeckte er auf dem Foto seine schon  vor Jahren verstorbene Ehefrau. Sie war fotografiert worden, als sie vor  fünf Jahren einen Ausflug mit einem deutschen Raddampfer machte. Es sei  zu seltsam, aber es sollte wohl so sein, sagte Spencer der britischen  Nachrichtenagentur PA. Er hatte das Puzzle zu seinem Geburtstag von  seiner ältesten Tochter geschenkt bekommen.</p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Puzzle+http://tinyurl.com/cut8ujq" title=" "><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro3.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Puzzle+http://tinyurl.com/cut8ujq" title=" "> </a> <a class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=829&amp;t=Puzzle" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook-micro3.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=829&amp;t=Puzzle&amp;c=%3Cp%3EPowered+by+%3Ca+href%3D%22http%3A%2F%2Frichardxthripp.thripp.com%2Ftweet-this%22%3ETweet+This%3C%2Fa%3E%3C%2Fp%3E" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace-micro3.png" alt="Post to MySpace" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Es ist möglich, eine negative Zukunft zu vermeiden</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Mar 2012 14:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Präkognition]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Penrose]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie weit kann man denn in die Zukunft sehen?
Der englische Mathematiker und Physiker Roger Penrose hat sich mit   seiner Theorie, dass das menschliche Bewusstsein und der Geist auf   Quantenmechanik basieren, durchaus nicht beliebt gemacht.   Quantenmechanik &#8211; hier setzt der gesunde Menschenverstand des   Alltäglichen aus, hier regiert der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie weit kann man denn in die Zukunft sehen?</h2>
<p>Der englische Mathematiker und Physiker Roger Penrose hat sich mit   seiner Theorie, dass das menschliche Bewusstsein und der Geist auf   Quantenmechanik basieren, durchaus nicht beliebt gemacht.   Quantenmechanik &#8211; hier setzt der gesunde Menschenverstand des   Alltäglichen aus, hier regiert der Zufall, nicht die Kette von Ursache   und Wirkung.</p>
<p>Jedoch hat diese umstrittene Theorie durchaus  interessante  Konsequenzen, sollte sie denn stimmen: Der Mensch könnte  in der Lage  sein, in die Zukunft zu blicken &#8211; und diese zu  beeinflussen. Markus  Maier ist ein Psychologe an der  Ludwig-Maximilians-Universität München.  Er hat diesen Aspekt der  Theorie mit Experimenten überprüft und kommt zu  einem erstaunlichen  Ergebnis.</p>
<h3>Interview mit Psychologe Markus Maier.</h3>
<p><strong>Wie kommt man als Psychologe dazu, Forschung für die Physik zu machen?</strong></p>
<p>Markus   Maier: Für mich war es so, dass in meiner Person zwei Interessen   zusammenkommen. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass es   Verbindungsstücke zwischen der Physik und der Psychologie gibt. In der   Quantenphysik gibt es Begriffe wie Bewusstsein oder Bewusstseinsmoment;   dafür haben die Physiker keine mathematische Formel. Sie führen diese   Begriffe einfach ein, weil sie diese brauchen. Und dann habe ich mir   gedacht, dass vielleicht die Psychologen, die ja sehr viel wissen über   das Bewusstsein und Unbewusstsein und wie man es misst, helfen könnten,   diese Lücke in der Physik zu schließen. Dann habe ich die Bücher von   Roger Penrose gefunden, in denen er mit einem Anästhesisten zusammen   spekuliert, wie Quantenphysik zusammenhängt mit Gehirnprozessen und wie   das wiederum zusammenhängt mit bewussten und unbewussten Prozessen.</p>
<p><strong>Nun ist ja Penroses Theorie sehr umstritten.</strong></p>
<p>Die   ist total umstritten, natürlich. Da stimmt auch vieles wahrscheinlich   nicht. Aber Penrose hat über den Tellerrand hinausgeschaut. Er hat es   gewagt, etwas Riskantes zu behaupten. Damit stößt er eine Lawine von  Forschungsarbeiten an.</p>
<p><strong>Die  Kurzzusammenfassung von Penroses  Theorie lautet, dass Bewusstsein ein  quantenmechanisches Phänomen ist  und nicht deterministisch. Welche  experimentellen Hinweise gibt es denn  dafür?</strong></p>
<p>Keine, die ich  kennen würde. Die Theorie ist ja sehr  komplex. Zum einen behauptet er,  dass im Gehirn quantenmechanische  Prozesse stattfinden. Wenn die  kollabieren, dann nehmen wir etwas  bewusst wahr. Zusätzlich dazu nimmt  er dann zusammen mit Hameroff,  einem Anästhesisten an, dass die  Mikrotubuli, bestimmte Teile im  Nervensystem, dafür verantwortlich sind,  dass quantenmechanische  Superposition entsteht. Dafür gibt es erste  biologische Hinweise. Also  für Teilaspekte der Theorie gibt es durchaus  interessante Befunde, für  andere gar nicht. Meine Daten zum Beispiel  zeigen möglicherweise, dass  es eine Zeitumkehrung im Unbewussten gibt.  Dass im Unbewussten  Vergangenheit und Zukunft austauschbar sind deutet  wohl darauf hin,  dass Penroses Annahme stimmt: Nur in der  Quantenmechanik kann man eine  Zeitumkehrung annehmen. Das ist aber auch  umstritten. Man ist also  dran, wie bei einem Mosaik einzelne Bausteine  experimentell zu  überprüfen und müsste sich dann das große Bild noch  einmal anschauen.</p>
<p><strong>In Ihren Experimenten ging es also um die Zeitumkehrung im Unbewussten. Was genau haben Sie versucht, da zu erforschen?</strong></p>
<p>Im   Prinzip haben wir ein subliminales Priming-Experiment durchgeführt,  nur  umgedreht. Bei diesem Experiment ist es so, dass etwas dargeboten  wird  unterhalb der bewussten Wahrnehmung, also subliminal &#8211; ein  negatives  Bild zum Beispiel, und danach wird die emotionale Reaktion  gemessen. Das  haben wir auch gemacht, nur dass wir es zeitlich  umgekehrt haben. Wir  haben also vorher die Reaktion erfasst und danach  den  reaktionsauslösenden Reiz dargeboten. Das macht aus der klassischen   Sicht keinen Sinn, weil: Wie sollte etwas kausal auf meine Reaktion   wirken, wenn es erst in der Zukunft angeboten wird? Aber in der Theorie   von Penrose sollte das durchaus möglich sein, solange die Reaktion und   das, was wahrgenommen wird, unbewusst dargeboten werden. Wir wollten  nun  wissen, ob eine Versuchsperson in der Lage ist, etwas Negatives   vorherzusehen und entsprechend darauf zu reagieren, es also zu   vermeiden. Die Versuchsperson sollte also keine Ahnung haben, dass in   der Zukunft etwas Negatives dargeboten wird, aber auch keine Ahnung   davon haben, dass sie reagiert.</p>
<p><strong>Und wie sahen die Experimente dann aus?</strong></p>
<p>Die   Versuchspersonen mussten Tasten drücken, ohne dass sie wussten zu   welchem Zweck. Eine Taste führte zu einem positiven Bild, die andere zu   einem negativen Bild. Wenn die Versuchsperson die Zukunft kennt, müsste   sie auch wissen, was potentiell passieren wird und folglich ein   unbewusstes Entscheidungsverhalten einbauen. Wenn man keine Ahnung von   der Zukunft hat, würde man also zu fünfzig Prozent negative und zu   fünfzig Prozent positive Bilder sehen. Was wir finden, ist eine   Abweichung der negativen Bilder &#8211; im Schnitt 1,7 Prozent Abweichung vom   Zufall.</p>
<p><strong>Das ist ja nun sehr wenig. Kann dieser Effekt nicht einfach nur Zufall sein?</strong></p>
<p>Nein,   denn es ist signifikant statistisch abgesichert. Außerdem haben wir   keinen riesigen Effekt erwartet, denn es ist ja ein sehr komplexes   Phänomen. Wir haben ein sehr ungenaues Maß für die Messung der   Entscheidung der Person genommen. Außerdem haben wir den Effekt   repliziert, was in der Psychologie viel wichtiger ist: dass etwas   wiederholt gezeigt werden kann. Ich habe jetzt neun Experimente gemacht,   sieben davon haben funktioniert. Aus meiner Erfahrung mit der   psychologischen Forschung ist das sehr gut &#8211; normalerweise funktioniert   bei einem psychologischen Experiment die Hälfte und die andere Hälfte   nicht. Die Replikationsrate bei uns ist höher: Sie liegt bei zwei   Drittel, sonst wäre ich ja damit niemals an die Öffentlichkeit gegangen.</p>
<p><strong>Sind die entsprechenden Artikel schon veröffentlicht?</strong></p>
<p>Noch nicht. Unsere Forschung wird jetzt auf einer Konferenz im April zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.</p>
<p><strong>Haben Sie nicht Angst, dann als verrückter Professor dargestellt zu werden?</strong></p>
<p>Nein.   Ja, es wird passieren aber ich habe keine Angst davor. Ich glaube,  wenn  es ein wirklicher Effekt ist, dann ist es wichtig, ihn zu  untersuchen,  denn das hat Implikationen. Wir sehen in den Experimenten  ja, dass es  möglich ist, eine negative Zukunft zu vermeiden.</p>
<p><strong>Was  machen  Sie, wenn jemand versucht, die Experimente nachzumachen und den  Effekt  erneut nachzuweisen &#8211; und es funktioniert nicht?</strong></p>
<p>Dann  würde  ich sagen, gut, dann habe ich unrecht gehabt. Dann kann ich  damit leben.  Innovation ist, dass man etwas Verrücktes probiert.</p>
<p><strong>Letzte Frage: Wie weit kann man denn in die Zukunft sehen?</strong></p>
<p>Bei unseren Experimenten 500 ms. Eine halbe Sekunde.</p>
<p>Artikel vom 15.3.2012 aus</p>
<p><a href="http://www.zeitjung.de/zukunft/7463-es-ist-moeglich-eine-negative-zukunft-zu-vermeiden-koennen-menschen-die-zukunft-vorhersagen/">News Detail Zukunft Zeitjung</a></p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Es+ist+m%C3%B6glich%2C+eine+negative+Zukunft+zu+vermeiden+http://tinyurl.com/7m8ayjf" title=" "><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro3.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Es+ist+m%C3%B6glich%2C+eine+negative+Zukunft+zu+vermeiden+http://tinyurl.com/7m8ayjf" title=" "> </a> <a class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=815&amp;t=Es+ist+m%C3%B6glich%2C+eine+negative+Zukunft+zu+vermeiden" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook-micro3.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=815&amp;t=Es+ist+m%C3%B6glich%2C+eine+negative+Zukunft+zu+vermeiden&amp;c=%3Cp%3EPowered+by+%3Ca+href%3D%22http%3A%2F%2Frichardxthripp.thripp.com%2Ftweet-this%22%3ETweet+This%3C%2Fa%3E%3C%2Fp%3E" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace-micro3.png" alt="Post to MySpace" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Das Doppelspalt Experiment</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Mar 2012 10:35:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Doppelspaltexperiment]]></category>
		<category><![CDATA[Epos Dei]]></category>
		<category><![CDATA[Interferenz]]></category>
		<category><![CDATA[Quantenphysik]]></category>
		<category><![CDATA[Realitätsdesign]]></category>

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		<description><![CDATA[Beim Doppelspaltexperiment lässt man kohärentes Licht durch eine Blende  mit zwei schmalen, parallelen Schlitzen treten. Auf einem  Beobachtungsschirm hinter der Blende zeigt sich dann &#8212; durch die  Interferenz des Lichtes, welches die beiden Blendenöffnungen passiert &#8212;  ein Interferenzmuster. Bei monochromatischem Licht besteht dieses aus  hellen und dunklen Streifen, ansonsten kommen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim Doppelspaltexperiment lässt man kohärentes Licht durch eine Blende  mit zwei schmalen, parallelen Schlitzen treten. Auf einem  Beobachtungsschirm hinter der Blende zeigt sich dann &#8212; durch die  Interferenz des Lichtes, welches die beiden Blendenöffnungen passiert &#8212;  ein Interferenzmuster. Bei monochromatischem Licht besteht dieses aus  hellen und dunklen Streifen, ansonsten kommen Farberscheinungen hinzu.</p>
<p>Das  Experiment kann nicht nur mit den „Wellen&#8221; des Lichts, sondern auch mit  seinen und anderer Art „Teilchen&#8221; (Elektronen, Neutronen, Atomen,  Fulleren-Molekülen usw.) durchgeführt werden. Es zeigt sich auch in  diesen Fällen ein Interferenzmuster wie bei der Durchführung mit Licht.  Das bedeutet, dass auch klassische Teilchen unter bestimmten Bedingungen  Welleneigenschaften zeigen &#8212; man spricht dann von „Materiewellen&#8221;. Mit  dem Doppelspaltexperiment kann man so den Welle-Teilchen-Dualismus  demonstrieren, der nur im Rahmen der Quantenmechanik erklärt werden  kann. Dieses Experiment gilt als das wichtigste Experiment der  Quantenmechanik, es ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie die  Quantenmechanik unsere Weltanschauung verändert.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="450" height="285" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/Ia5IsjVE-EM?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="450" height="285" src="http://www.youtube.com/v/Ia5IsjVE-EM?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<address>Ausschnitt aus dem Film Epos Dei &#8211; Die geheimnisvolle Welt hinter den Dingen<br />
<a href="http://www.nuovisoshop.de/index.php?category_id=7&amp;page=shop.product_details&amp;product_id=106&amp;Itemid=9&amp;option=com_virtuemart&amp;vmcchk=1&amp;Itemid=9">DVD Bestellung bei NuoViso Shop</a><br />
</address>
<p><span style="color: #ffffff;">__</span></p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Das+Doppelspalt+Experiment+http://tinyurl.com/7m6o878" title=" "><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro3.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Das+Doppelspalt+Experiment+http://tinyurl.com/7m6o878" title=" "> </a> <a class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=791&amp;t=Das+Doppelspalt+Experiment" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook-micro3.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=791&amp;t=Das+Doppelspalt+Experiment&amp;c=%3Cp%3EPowered+by+%3Ca+href%3D%22http%3A%2F%2Frichardxthripp.thripp.com%2Ftweet-this%22%3ETweet+This%3C%2Fa%3E%3C%2Fp%3E" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace-micro3.png" alt="Post to MySpace" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Phänomene der Quantenphysik</title>
		<link>http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=780</link>
		<comments>http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=780#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 Mar 2012 10:23:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feature]]></category>
		<category><![CDATA[Anton Zeilinger]]></category>
		<category><![CDATA[Doppelspaltexperiment]]></category>
		<category><![CDATA[Quantenphysik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ob CD-Spieler oder Computer: Viele moderne Produkte wurden mit Hilfe der  Quantenphysik entwickelt. Doch deren Erkenntnisse stellen unser  gewohntes Weltbild auf den Kopf. Sie enthalten scheinbare Paradoxien,  die bis heute niemand wirklich erklären kann.

Quelle: Bayerischer Rundfunk Alpha
Existiert der Mond auch, wenn keiner hinsieht?
Ein Beitrag von: Was wir noch nicht wissen Stand: 29.05.2011

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 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ob CD-Spieler oder Computer: Viele moderne Produkte wurden mit Hilfe der  Quantenphysik entwickelt. Doch deren Erkenntnisse stellen unser  gewohntes Weltbild auf den Kopf. Sie enthalten scheinbare Paradoxien,  die bis heute niemand wirklich erklären kann.</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="450" height="285" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/zd44Wtx4mCg?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="450" height="285" src="http://www.youtube.com/v/zd44Wtx4mCg?version=3&amp;hl=de_DE&amp;rel=0" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<address>Quelle: Bayerischer Rundfunk Alpha<br />
Existiert der Mond auch, wenn keiner hinsieht?<br />
Ein Beitrag von: <a href="http://www.br.de/fernsehen/br-alpha/sendungen/was-wir-noch-nicht-wissen/quantenphysik100.html">Was wir noch nicht wissen Stand</a>: 29.05.2011<br />
</address>
<p><span style="color: #ffffff;">__</span></p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Ph%C3%A4nomene+der+Quantenphysik+http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=780" title=" "><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro3.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=Ph%C3%A4nomene+der+Quantenphysik+http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=780" title=" "> </a> <a class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=780&amp;t=Ph%C3%A4nomene+der+Quantenphysik" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook-micro3.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=780&amp;t=Ph%C3%A4nomene+der+Quantenphysik&amp;c=%3Cp%3EPowered+by+%3Ca+href%3D%22http%3A%2F%2Frichardxthripp.thripp.com%2Ftweet-this%22%3ETweet+This%3C%2Fa%3E%3C%2Fp%3E" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace-micro3.png" alt="Post to MySpace" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Was ist Freiheit?</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 10:58:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Determinismus]]></category>
		<category><![CDATA[Freiheit]]></category>
		<category><![CDATA[Natur]]></category>
		<category><![CDATA[Neurowissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Alles ist sie für das  einzelne Individuum. Jede Einschränkung unserer persönlichen Freiheit  empfinden wir als unerträglichen Zwang. Deshalb zählt stets der  Freiheitsentzug zu den höchsten von Gesellschaften verhängten Strafen.  Umso merkwürdiger muss es erscheinen, dass die Freiheit immer wieder  unter den Beschuss der Weltanschauung  geriet. Man erklärte sie zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Alles ist sie für das  einzelne Individuum. Jede Einschränkung unserer persönlichen Freiheit  empfinden wir als unerträglichen Zwang. Deshalb zählt stets der  Freiheitsentzug zu den höchsten von Gesellschaften verhängten Strafen.  Umso merkwürdiger muss es erscheinen, dass die Freiheit immer wieder  unter den Beschuss der Weltanschauung  geriet. Man erklärte sie zur subjektiven Illusion, zur Täuschung einer  unaufgeklärten Erkenntnis, zur Falle, in die der Mensch durch  oberflächliches Alltagsdenken gerät.</p>
<p>Am weitesten in die  Vergangenheit zurück reicht die Aushöhlung des Freiheitsbegriffes durch  die Theologie. Hier ergab sie sich aus der Allwissenheit, welche  Kirchenfürsten von Augustin bis Luther und Calvin zu einem  unverzichtbaren Attribut Gottes erklärten. Allwissenheit besagt, dass  IHM die ganz Zukunft der Welt und damit auch aller menschlichen Denk-  und Handlungsvorgänge schon immer bekannt sei. Gegen dieses Postulat  ließ sich menschliche Freiheit nur retten, wenn man sich mit Tricks und  allerlei gewundenen Denkmanövern behalf. Freilich hat sich unsere  säkularisierte Zeit aus diesen theologischen Spitzfindigkeiten wenig  gemacht und das ganze Problem gleichgültig ad acta gelegt.</p>
<p><strong>Viel radikaler wird die Leugnung der Freiheit in den Naturwissenschaften</strong></p>
<p>Doch die Freude darüber  hält sich in Grenzen, denn mit dem Aufkommen der Naturwissenschaften  seit Beginn der europäischen Neuzeit feiert die weltanschauliche  Demontage der Freiheit fröhliche Auferstehung. Nun sind es die  Wissenschaftler, welche die gesamte Natur enträtseln und erklären  wollen. Deshalb erlassen sie seit vierhundert Jahren den Machtspruch,  dass alles in der Natur mit natürlichen Dingen zugehe,  sprich, gemäß einer universalen und ausnahmslosen Gesetzmäßigkeit, die  es, wie der französische Mathematiker Laplace auf eine Frage Napoleons  formulierte, einer überlegenen Intelligenz erlauben würde, aus der  gegenwärtigen Konstellation der kleinsten Bausteine des Universums alle  künftigen Arrangements, d.h. die ganze Zukunft, abzuleiten und damit  vorauszusehen.</p>
<p>Das war im Grunde eine  Fortsetzung des theologischen Credos von der in Gottes Allwissenheit  begründeten universalen Unfreiheit. Man hat ihren Ursprung nur aus dem  Himmel auf die Erde versetzt. Nicht mehr Gott, sondern der Mensch (als  Wissenschaftler) nimmt nun Allwissenheit für sich in Anspruch. Der  Gewinn, den sich die Naturwissenschaften von einer universalen  Gültigkeit des „Kausalitätsprinzips“ versprechen, liegt auf der Hand. Da  dieses Prinzip die Freiheit grundsätzlich ausschließt, wird die Welt  für die Naturwissenschaften zur in Raum und Zeit zur Gänze berechenbar.  Auch wenn ihre Erklärungen de facto höchst unvollständig sind und auch  bleiben werden, weil Menschen eben niemals über die umfassende  Intelligenz des laplaceschen Dämons verfügen, sind doch prinzipiell  der Enträtselung der gesamten Natur durch die Wissenschaften keine  Grenzen gesetzt. Voller Selbstgewissheit und Optimismus haben die  Wissenschaftler das Erbe der Theologen angetreten und übernommen.</p>
<p>Doch in ihrem  selbstbewussten Vorgehen blieb ihnen verborgen (und das trifft auch auf  die Philosophen in ihrem Gefolge zu), dass sie damit in eine Falle  tappten: die Falle eines fundamentalen Widerspruchs. Der Sinn der  meisten Gesetze, welche die Naturwissenschaften ermitteln, besteht ja in  deren praktischer Anwendbarkeit. Ihre Universalität wird erst dadurch  bewiesen, dass sie sich im Experiment zu beliebigen Zeiten und an  beliebigen Orten wiederholen lassen. Mit anderen Worten, sie beruht  darauf, dass eine gesetzmäßige Verknüpfung mit den dem Experiment  jeweils vorausgehenden Raumzeitpunkten kategorisch ausgeschlossen und damit Freiheit ebenso kategorisch vorausgesetzt wird. Die Naturwissenschaftler und ihre philosophischen Exegeten haben schlichtweg übersehen, dass  sie in einem Atemzug Freiheit zu ihrer notwendigen Voraussetzung  erheben und sie andererseits mit gleicher Entschiedenheit leugnen.</p>
<p><strong>Die Attacke der Neurologen</strong></p>
<p>Nur so ist zu erklären,  dass Freiheit in ihrem Weltbild nach wie vor ein umkämpftes Terrain ist,  so als könnten wir uns eine Wirklichkeit denken, in der es Freiheit  nicht gäbe. Und dabei spielen seit neuestem die Humanwissenschaftler,  genauer gesagt Neurologen, eine herausragende Rolle. Sie glauben ein für  alle Mal den empirischen Beweis zu erbringen, dass menschliche  Willensakte unmöglich als frei gelten können. Unser Wollen würde nämlich  stets um Millisekunden später erfolgen als die diesbezüglichen  Handlungen. Der „Willensakt tritt in der Tat auf, nachdem  das Gehirn bereits entschieden hat, welche Bewegung es ausführen wird.“  Für den prominenten Neurobiologen Gerhard Roth steht damit fest, dass  das Gefühl der Probanden, eine freie Entscheidung getroffen zu haben,  aus wissenschaftlicher Sicht als bloße Illusion zu verwerfen sei. „Wir  tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun“, das ist  auch die Überzeugung des Psychologen Wolfgang Prinz. Der Physiologe Wolf  Singer pflichtet ihm darin bei. In der Überschrift eines FAZ-Artikels  vom 8. Januar 2004 gibt Wolfgang Singer die Stoßrichtung seiner  Forschungen an: „Verschaltungen legen uns fest: Wir sollten aufhören von  Freiheit zu reden“.</p>
<p><strong>Das Experiment von Benjamin Libet</strong></p>
<p>Worin besteht nun das  berühmte Experiment, das in den Augen führender Neurologen unser  bisheriges Weltbild von Grund auf erschüttert? Der angebliche Beweis  gegen die Freiheit des Menschen wurde von Benjamin Libet (1916 &#8211; 2007)  in die Wissenschaft eingebracht. In seiner berühmten Versuchsanordnung  maß Libet die zeitliche Abfolge eines Willensaktes und einer von diesem  ausgelösten Muskelaktivität. Es zeigte sich in Libets Experiment, dass  das Bereitschaftspotential im Durchschnitt 550-350 Millisekunden dem  Willensentschluss vorausging, niemals mit  ihm zeitlich zusammenfiel oder ihm etwa folgte. Einfacher gesagt,  handelt der Mensch zuerst und wird sich erst dann bewusst, dieses  Handeln zu wollen, zu beabsichtigen oder hervorzurufen – wie immer man  diesen geistigen Vorgang auch nennen mag.</p>
<p><strong>Libet geht weiter als alle anderen Wissenschaftler vor ihm</strong></p>
<p>In seiner Aussage geht das  Experiment von Benjamin Libet viel weiter als es bei erstem Hinsehen  scheint. Es hat zwar an sich nichts mit der von den Naturwissenschaften  seit dem 17. Jahrhundert postulierten, universellen Kausalität zu tun.  Es vertritt eine viel bescheidenere Position, da es sich nur mit  menschlichen Willensakten befasst. In Wahrheit aber dehnt sich seine  Geltung gleichsam von selbst ins Universale aus. Sollte es nämlich wahr  sein, dass selbst der Mensch nachweisbar unfrei ist, dann brauchen wir  keine weiteren Gedanken mehr an die Natur zu verschwenden. Sie kann uns  vielmehr völlig gleichgültig sein, denn in Wahrheit geht es ja immer und vor allem um unsere eigene, also um die menschliche Freiheit.  Hat Libet Recht, dann könnte die Arbeitshypothese der Wissenschaften  als gesicherte Erkenntnis verstanden werden. Wir sind dann bis zu jener  letzten Bastion vorgedrungen, wo Freiheit von jeher mit größter  Heftigkeit verteidigt wurde: dem Menschen. Und diese Bastion ist  gefallen.</p>
<p>Damit scheint sich nach  zweitausend Jahren theologischer und vierhundert Jahren  wissenschaftlicher Diskussion der Kreis zu schließen. Das theologische  Dogma von der Unfreiheit des Menschen aufgrund von Gottes Allwissenheit  und das wissenschaftliche Credo von seiner Unfreiheit aufgrund der  Kausalgesetze scheinen durch die jüngsten Ergebnisse der Hirnforschung  bestätigt.</p>
<p><strong>Zunächst die Blindheit gegenüber den eigenen Voraussetzungen</strong></p>
<p>Ein Dogma und eine  Arbeitshypothese scheinen bestätigt – in Wirklichkeit sind sie es  keinesfalls. Die Kritik ergibt sich einerseits aus dem schon zuvor  Gesagten. Es muss auch in diesem Fall überraschen, dass die Hirnforscher  für den Widerspruch blind sind, den sie mit ihren Experimenten selbst  demonstrieren. Das libetsche Experiment können sie beliebig oft an  beliebigen Plätzen wiederholen &#8211; und erbringen mit dieser willkürlichen Reproduzierbarkeit den Beweis, dass ihr Entschluss durch den vorausgehenden Raumzeitpunkt auf keinen Fall  determiniert und damit das bloße Resultat einer entsprechenden  zerebralen Verdrahtung sein kann. Die Neurologen müssten sich darüber  hinaus auch eingestehen, dass eine solche zerebrale Determination – wenn  es sie wirklich gäbe – dem Experiment allen Sinn nehmen würde, weil ja die zu demonstrierende Wahrheit in dem Augenblick keine Wahrheit mehr ist,  da wir zu ihr – wie der Neurophysiologe Wolf Singer behauptet &#8211;  schlicht und einfach „verschaltet“ sind. Wahrheit und Lüge sind in  diesem Fall ununterscheidbar. Sind wir zu dem jeweiligen Ergebnis  verdammt und verurteilt, gibt es kein wahr oder falsch – und damit gibt  es auch keine Wissenschaft, deren Ergebnisse diesen beiden Kriterien  unterliegen.</p>
<p><strong>Warum herrscht Stille um ein sensationelles Ergebnis der Forschung?</strong></p>
<p>Aber bleibt nicht trotzdem das experimentell gesicherte Faktum bestehen, dass Menschen erst handeln und danach diese Handlung wollen?  Wenn es stimmt, dass die menschliche Unfreiheit damit zum ersten Mal in  der Geschichte experimentell bewiesen wurde, stößt man zugleich auf ein  merkwürdiges Rätsel. Warum löste dieser Beweis keine weltweite  Erschütterung aus, sondern beschäftigt nur eine Handvoll von Neurologen?  Da wird – so scheint es zumindest &#8211; ein Jahrtausendproblem auf  erstaunliche einfache Art gelöst, und kaum jemand scheint dies  wahrzunehmen, geschweige denn, sich ernsthaft dafür zu interessieren!</p>
<p>Einmal mehr zeigt sich  hier, dass die Menschen Entdeckungen danach bewerten, wie sehr sie ihren  Bedürfnissen und Sehnsüchten entsprechen. Die Menschen des 20. und 21.  Jahrhunderts sehnten sich, und sie sehnen sich mehr denn je nach einer  Befreiung aus dem Gefängnis der Natur als Maschine. Sie haben die  Quantenphysik begrüßt, weil sie glaubten, nun hätten die Physiker selbst  eine Öffnung in das stählerne Gebäude der wissenschaftlichen  Naturerkenntnis gesprengt. Sie hoffen auf die Wiederverzauberung, die  Wiederbeseelung der zum toten Ding erklärten Natur. Aber sie wollen  nichts davon wissen, dass jetzt sogar der Mensch – und das noch dazu  kraft eines anscheinend unanfechtbaren Beweises &#8211; zur Maschine gemacht  werden soll. Libets Entdeckung erklärt menschliches Wollen zu einem  Epiphänomen, einem illusionären Beiwerk. Erst ist die Handlung da, dann  leistet sich die Natur den ziemlich überflüssigen Luxus, uns  vorzugaukeln, dass wir es sind, die sie in Gang setzen wollten.  Wäre Libet im Recht, dann liefe seine Entdeckung auf einen endgültigen  Todesstoß für die Idee der Freiheit hinaus. Wir sind wieder da, wo  Spinoza, Descartes, Voltaire, Holbach, Büchner, Russell – kurz das  europäische Abendland seit nunmehr vierhundert Jahren &#8211; schon immer  waren: bei einem gegen unsere Gefühle und unser Denken gleichermaßen  unbarmherzigen Determinismus.</p>
<p><strong>Warum Libet irrte</strong></p>
<p>Doch wie verhält es sich in  Wirklichkeit mit diesem „Beweis“? Ist er schlüssig, liefert er uns  wirklich eine endgültige Antwort? Wird der aufgrund solcher  Forschungsergebnisse gezogene Schluss von der Unfreiheit des  menschlichen Willens nun unausweichlich?</p>
<p>Der aufgrund des libetschen  Experiments gezogene Schluss ist keineswegs unausweichlich. Obwohl ich  kein Neurologe bin, melde ich &#8211; ganz im Sinne von David Hume – meinen  entschiedenen Widerspruch an. Und zwar nicht deswegen, weil ich Libets  empirische Resultate für anfechtbar halte oder die Versuchsanordnung als  fehlerhaft einschätze. Eine solche Kritik steht nur dem Spezialisten  zu. Ich meine nur, dass sich aus ihnen ganz andere Folgerungen ableiten  lassen.</p>
<p>Mein Einwand ist von  schlichter und elementarer Art – so schlicht wie damals der Einwand von  Hume gegen das Kausalitätsprinzip. Seltsamerweise sind weder Libet  selbst noch die ihm folgenden Verfechter der Unfreiheit auf den recht  nahe liegenden Gedanken gekommen. Wenn beides, der subjektiv  wahrgenommene Willensakt (z.B. der Entschluss: „Ich will jetzt meine  Hand aufheben“) und seine objektive Manifestation (z.B. die  entsprechende Handbewegung) nur die verschiedenen Erscheinungsformen  einer gleichen, aber tiefer liegenden Ursache sind, so ist mit den Ergebnissen von Libet überhaupt nichts bewiesen.</p>
<p>Sie sind aber  offensichtlich die Erscheinungsformen einer tiefer liegenden Ursache.  Jeder von uns weiß ja um diese tiefer liegende Schicht. Wie oft liegt  uns zum Beispiel ein Wort auf der Zunge.  Wir wissen, dass es in uns vorhanden ist – einige Minuten später fällt  es uns plötzlich ein –, aber gerade in diesem Moment gelingt es uns  nicht, das Wort aus dem Unbewussten in unser Bewusstsein emporzuladen.  Derartige Fälle weisen uns unmissverständlich auf die Koexistenz zweier unterschiedlicher Dimensionen  hin. Bevor wir überhaupt etwas in voller Bewusstheit wollen, ist in  unserem Unbewussten schon eine entsprechende Regung vorhanden. Ja, das Bewusstsein setzt diese unbewusste Regung voraus  – nicht anders als das ausgesprochene Wort jenen Zustand, bei dem es  uns nur auf der Zunge liegt, aber wir es noch nicht ins Licht des  Bewusstseins zu heben vermochten. Sowohl die Handlung selbst wie der  bewusste Entschluss zu ihr ruhen demnach auf einem gemeinsamen  Untergrund – um dessen Existenz wir zwar wissen, den wir aber nicht  weiter beschreiben und schon gar nicht im Experiment messen können.  Dieses nicht mehr fassbare X, diese vorbewusste Stufe, kann man als den  „nicht-manifesten Willen“ umschreiben oder ihm irgendwelche anderen  Bezeichnungen geben.</p>
<p>Wenn dies so ist, dann verliert die zeitliche Abfolge auf der manifesten Ebene  alle Bedeutung im Hinblick auf das Problem menschlicher Freiheit. Der  vorbewusste Anstoß löst die manifeste Handlung um Millisekunden früher  aus als das manifeste Bewusstsein vom eigenen Wollen. Das ist alles. Die  Tatsache menschlicher Freiheit wird durch das Experiment von Libet, so  genial es ersonnen ist, durchaus nicht widerlegt.</p>
<p><strong>Was ist Freiheit?</strong></p>
<p>Doch was ist Freiheit, wo  beginnt sie, wo kommt sie her, wo hört sie auf? Diese Frage werden wir  niemals erschöpfend beantworten können. Denn was bringt mich etwa dazu,  im gegenwärtigen Moment diese und keine anderen Gedanken zu entwickeln?  Mir selbst erscheint das gegenwärtige Geschehen als sinnvoll, weil ich  selbst ihm diesen Sinn verleihe. Aus der Sicht eines anderen Wesens,  sagen wir einer Katze oder eines Hundes, die mich dabei beobachten,  drückt sich darin der bloße Zufall aus. Freiheit ist meine eigene und die allgemein menschliche Innensicht  auf den Zufall, schon das Handeln eines anderen Menschen muss mir nicht  unbedingt als sinnvoll erscheinen, in diesem Fall vermag ich auch darin  nur den Zufall zu sehen.</p>
<p>Freiheit ist das Feld meiner je eigenen Seinsgestaltung. Wenn wir die Freiheit wozu von der Freiheit wovon  unterscheiden, halten wir uns an den Sinn, den sie für unser tägliches  Handeln besitzt, doch über ihren gemeinsamen Urgrund mit der Freiheit in  der Natur, die wir zu Unrecht in dem schäbigen Begriff des Zufalls  erfassen, haben wir damit nichts gesagt. Bekanntlich schlägt die  Naturwissenschaft alles, was sie nicht durch Gesetze zu erklären vermag,  dem Reich des Zufalls zu. Aber vielleicht drückt der Zufall nur jenen  Bereich einer universellen Freiheit aus, der wir keinen menschlichen  Sinn zu geben vermögen?</p>
<p><strong>Die doppelte Unendlichkeit der Natur</strong></p>
<p>Auf jeden Fall ist Freiheit  das Kostbarste, was wir haben, weil sie uns aus dem Stahlgehäuse der  Welt als Maschine erlöst. Sie ist allgegenwärtig in Mensch und Natur:  die notwendige  Entsprechung zu den Naturgesetzen. Theologie und Wissenschaft haben  immer wieder versucht, sie hinwegzuleugnen, dennoch bricht sie als  überwältigende Realität immer wieder unter dem Dogma hervor. Die  Allgegenwart der Freiheit – die Voraussetzung dafür, dass  Wissenschaftler überhaupt sinnvolle Experimente anstellen können –  besagt nicht mehr und nicht weniger, als dass die Unberechenbarkeit der  Natur so unendlich ist wie ihre in Gesetzen erfassbaren Ordnungen. Wir  werden die Natur immer weiter entschlüsseln – das ist ein potentiell  unendlicher Prozess. Doch je mehr sich der Lichtkegel weitet, mit der  wir auf diese Weise uns selbst und die uns umgebende Wirklichkeit  erhellen, umso größer wird zugleich das umgebende Dunkel. Auch Benjamin  Libet hat mit seinem Experiment nur bewiesen, dass der Mensch weit  komplexer ist, als er angenommen und vielleicht sogar vorausgesetzt  hatte. Natur und Mensch behalten ihren Zauber und ihre Wunder.</p>
<p>© 22.11.2011 &#8211; Gero Jenner</p>
<p>http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Was_ist_Freiheit.html</p>
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		<title>voices &#8211; Paolo Moretti</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 10:24:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Kino]]></category>
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		<description><![CDATA[Romeo Grünfelder combines an uncommon filmic sensibility with a deeply original universe. Prinzip zufall is definitely one of the most fascinating films I&#8217;ve seen this year.
Paolo Moretti, Venice Film Festival

    ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Romeo Grünfelder combines an uncommon filmic sensibility with a deeply original universe. Prinzip zufall is definitely one of the most fascinating films I&#8217;ve seen this year.</em><br />
<span style="color: #888888;">Paolo Moretti, Venice Film Festival<br />
</span></p>
<p align="left"><a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=voices+%E2%80%93+Paolo+Moretti+http://tinyurl.com/7l2ulel" title=" "><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-twitter-micro3.png" alt="Post to Twitter" /></a> <a class="tt" href="http://twitter.com/home/?status=voices+%E2%80%93+Paolo+Moretti+http://tinyurl.com/7l2ulel" title=" "> </a> <a class="tt" href="http://www.facebook.com/share.php?u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=682&amp;t=voices+%E2%80%93+Paolo+Moretti" title="Post to Facebook"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-facebook-micro3.png" alt="Post to Facebook" /></a> <a class="tt" href="http://www.myspace.com/Modules/PostTo/Pages/?l=3&amp;u=http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=682&amp;t=voices+%E2%80%93+Paolo+Moretti&amp;c=%3Cp%3EPowered+by+%3Ca+href%3D%22http%3A%2F%2Frichardxthripp.thripp.com%2Ftweet-this%22%3ETweet+This%3C%2Fa%3E%3C%2Fp%3E" title="Post to MySpace"><img class="nothumb" src="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/wp-content/plugins/tweet-this/icons/tt-myspace-micro3.png" alt="Post to MySpace" /></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Abschied vom allmächtigen Gott?</title>
		<link>http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=635</link>
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		<pubDate>Tue, 17 Jan 2012 10:03:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Determninismus]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Mensch zwischen Zufall, Schicksal und Vorherbestimmung
Von Marc Engelhardt, Deutschlandfunk,
17.01.2012
Im Kernforschungszentrum CERN bei Zürich erforschen  Wissenschaftler den Aufbau des Universums. Sie sind der Entdeckung des  sogenannten &#8220;Gottes&#8221;-Teilchens so nah wie noch nie. Muss die Theologie  Abschied von der Vorstellung eines allmächtigen Gottes nehmen?

Es sind Fragen, die die Menschheit seit mehr als zwei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Der Mensch zwischen Zufall, Schicksal und Vorherbestimmung</h2>
<h4>Von Marc Engelhardt, Deutschlandfunk,</h4>
<h4>17.01.2012</h4>
<p><strong>Im Kernforschungszentrum CERN bei Zürich erforschen  Wissenschaftler den Aufbau des Universums. Sie sind der Entdeckung des  sogenannten &#8220;Gottes&#8221;-Teilchens so nah wie noch nie. Muss die Theologie  Abschied von der Vorstellung eines allmächtigen Gottes nehmen?<br />
</strong></p>
<p>Es sind Fragen, die die Menschheit seit mehr als zwei Jahrtausenden  bewegen &#8211; wenn nicht schon länger, so lange, wie Menschen begonnen  haben, zu glauben. Wenn es einen allmächtigen Gott gibt, sind wir Teil  seines göttlichen Plans? Ist alles seit den ersten Tagen des Kosmos und  der Welt vorherbestimmt &#8211; unser Leben, und auch unser Seelenheil nach  dem Tod? Die Fragen nach der Prädestination, der Vorherbestimmung, sind  in der theologischen Geschichte immer wieder gestellt worden, sagt  Wolfgang Müller, Professor für Dogmatik an der Universität Luzern &#8211;  endgültig beantwortet wurden sie nie.</p>
<p>Diese  Frage ist ein Resultat der Vermählung zwischen biblischem Denken und  hellenistischem Denken, weil natürlich es ja auch vor dem biblischen  Denken in der Philosophie, denken Sie an Platon, die Stoa, es  Vorstellungen von Gott gegeben hat, da gab es eben in der jungen Kirche  ein Zusammenkommen zwischen dem biblischen und philosophischen Denken  vorsätzlich der Stoa, da hat man dann auch diese Gottesprädikate wie  Allmacht, Allgegenwart und so weiter formuliert, die ja in dieser  Wortschöpfung auch keine biblischen Begriffe sind.</p>
<p>Die  Stoiker im alten Griechenland sprechen vom universellen Prinzip. Jeder  Mensch muss seinen Platz in der gegebenen Ordnung erkennen, ausfüllen  und notfalls ertragen. Das göttliche Prinzip durchzieht den Kosmos, das  Schicksal jedes Einzelnen ist vorbestimmt.<br />
Dieses Weltbild, das sich  in ganz Europa ausbreitet, stellt die frühen Christen vor ein Dilemma.  Dem um 250 nach Christus geborenen Laktanz wird der Satz zugeschrieben:</p>
<p>&#8220;Entweder  will Gott die Übel beschreiben und kann es nicht; Dann ist Gott  schwach, was auf ihn nicht zutrifft. Oder er kann es und will es nicht,  dann ist Gott missgünstig, was ihm fremd ist. Oder er will es nicht und  kann es nicht: dann ist er missgünstig und schwach zugleich, also nicht  Gott. Oder er will es und kann es, was allein Gott ziemt: woher kommen  dann die Übel und warum nimmt er sie nicht weg?&#8221;</p>
<p>Für  Augustinus, der zweihundert Jahre später lebt, steht es außer Frage,  dass alles nach der göttlichen Ordnung der Ursachen geschieht &#8211; und  nichts aus Zufall. Augustinus hält einen Zufallsglauben für ebenso  gottlos wie den Gestirns- und Schicksalsglauben. Die göttliche  Weltordnung umfasst alles. Die Übel können entweder eine pädagogische  Wirkung auf den Menschen ausüben, oder sind Strafen Gottes für die bösen  Taten des Menschen. Das Böse selbst entsteht für Augustinus aus einer  freien Willenstat des Menschen. Gott weiß allerdings diese Willenstat  voraus und ordnet sie in den Weltenlauf ein.</p>
<p>Bis ins Mittelalter  dominiert auch in der breiten Bevölkerung die Überzeugung, dass Gott zu  jeder Zeit auf alles einwirkt. Der Dominikanermönch und Philosoph  Thomas von Aquin trennt im 13. Jahrhundert die göttliche Freiheit &#8211; oder  göttliche Allmacht &#8211; von der Freiheit des Menschen. Vom Dualismus des  Augustinus will Thomas nichts wissen: Gott, so sagt er, sei  bedingungslos gut.</p>
<p>Was Thomas von Aquin beschreibt, ist bis  heute Grundlage des Verhältnisses der katholischen Kirche zur  Prädestination. Der Mensch kann innerhalb des von Gott geschenkten  Glaubens frei entscheiden, ob er auf Gottes Heilsangebot eine positive  Antwort geben will. Gott nimmt dem Menschen nicht seine Freiheit, er ist  das Ziel menschlicher Freiheit.</p>
<p>Anders entwickelt sich die  Diskussion in den reformatorischen Kirchen. Luther streitet ab, dass die  Menschheit ihr Leben selbst in der Hand hat. Er spricht vom Servum  Arbitrium, dem gefangenen, geknechteten Willen. Der von der Erbsünde  verdorbene Mensch bedarf der Rechtfertigung. Auch Jean Calvin, der  Genfer Reformator, hält es für ausgeschlossen, dass der Mensch sein  Seelenheil selbst bestimmen kann.</p>
<p>&#8220;Unter  Vorherbestimmung, Prädestination, verstehen wir Gottes ewige Anordnung,  in der er beschloss, was nach seinem Willen aus jedem einzelnen  Menschen werden sollte. Denn die Menschen werden nicht alle mit der  gleichen Bestimmung erschaffen, sondern dem einen wird das ewige Leben,  dem andern die ewige Verdammnis vorher zugeordnet.&#8221;</p>
<p>Die  Aufklärung wirft manche alte Überzeugung über Bord. Nicht mehr die  Religion, die Naturwissenschaften sollen auf einmal die Welt erklären.  Und die Naturwissenschaften predigen einen unbedingten Determinismus.  Ihnen geht es nicht mehr um die Frage, ob das Seelenheil vorbestimmt ist  &#8211; sondern alles, was existiert. Der französische Philosoph René  Descartes prägt den Begriff der Naturgesetze, Regeln, die  vorherbestimmen, was in einer bestimmten Situation geschehen muss. Der  Mathematiker Pierre-Simon Laplace erschafft den nach ihm benannten  Dämon:</p>
<p>&#8220;Eine Intelligenz, die zu einem  gegebenen Zeitpunkt alle in der Natur wirkenden Kräfte sowie die  gegenseitige Lage aller Objekte, aus denen die Welt besteht, kennen  würde und überdies umfassend genug wäre, diese Kenntnisse der Analyse zu  unterwerfen, würde in einer und derselben Formel die Bewegungen der  größten Himmelskörper des Weltalls und die des leichtesten Atoms  beeinflussen. Nichts wäre für sie ungewiss, Zukunft und Vergangenheit  lägen klar vor ihren Augen.&#8221;</p>
<p>Der Laplacesche Dämon ist ein  neuer Gott, der Gott der Naturwissenschaften, die beginnen, alles in  Formeln zu erklären. Albert Einstein spottet: das, wobei unsere  Berechnungen versagen, nennen wir Zufall.</p>
<p>Für den Philosoph und  Autor Georg Brunold, der in seinem Buch &#8216;Der Triumphzug der Fortuna&#8217; ein  Plädoyer für den Zufall und gegen jede Vorherbestimmung hält,  zementiert der Determinismus ein Weltbild, das dem Menschen jeder  Freiheit beraubt.</p>
<p>Das Ziel der  Wissenschaft ist natürlich die Kontrolle, das heißt: Ausmerzung des  Zufalls. Die Absicht der philosophischen Betrachtung ist es, das  Zufällige zu entfernen, sagte Hegel, und das gilt in Kurzform für die  ganze neuzeitliche Wissenschaft</p>
<p>Dass unwahrscheinlich  nicht unmöglich oder falsch bedeutet, vermutet Anfang des 20.  Jahrhunderts auch der deutsche Physiker Max Planck. Doch ihm selbst ist  nicht wohl dabei, als er auf Grundlage seiner Forschungen den  Determinismus der newtonschen Physik in Frage stellt.</p>
<p>&#8220;Ein  Vorgang, in welchen auch nur eine Spur von Indeterminismus  hereinspielt, ist als Ganzes indeterminiert &#8211; daran kann kein Zweifel  bestehen. Es bleibt also nichts übrig, als den Indeterminismus entweder  gänzlich auszuschalten oder grundsätzlich allenthalben einzuführen.&#8221;</p>
<p>Das  geht Planck selbst zu weit. Doch wie sonst will er erklären, dass die  von ihm entdeckten Quanten, kleinste Energiemengen, keinem Naturgesetz,  keiner Kausalkette folgen? In der klassischen Physik wäre dafür kein  Platz. Doch in der neuen Quantenwelt herrscht der nackte Zufall. Was  heute allgemein akzeptiert wird, ist zunächst umstritten. Einstein  bezweifelt Plancks Ergebnisse mit dem berühmten Satz: Gott würfelt  nicht.</p>
<p>Knapp neunzig Jahre später sind Plancks und Einsteins  Zweifel Wissenschaftsgeschichte. Im Kernforschungszentrum CERN am  Stadtrand von Genf versuchen Wissenschaftler wie Ralf Landua, die  Zufälligkeiten der kleinsten Teilchen und damit den Aufbau des  Universums zu erforschen.</p>
<p>Ich glaube,  es gab gerade in der Physik eine große Revolution vor und nach 1925.  Man hat diese Unschärferelation und die limitiert generell die  Möglichkeit, alles zu wissen über die Natur. Insofern ist uns seit 1925  klar als Physiker, dass es ultimativ auf elementarer Ebene nur Zufälle  gibt. Und nur die Tatsache, dass es über dem Zufall noch eine  Gesetzmäßigkeit gibt, das spiegelt uns manchmal vor, es gebe einen  Determinismus in der Natur, den gibt es aber nicht</p>
<p>Ob Gott  würfelt, weiß Landua nicht &#8211; aber er selbst tut im größten  Teilchenbeschleuniger der Welt im Kern genau das. Landua und seine  Kollegen suchen in der 26,7 Kilometer langen Röhre des Large Hadron  Colliders nach dem Beginn der Materie, dem Zustand des Universums  unmittelbar nach dem Urknall. Den ringförmigen Beschleuniger nennen die  Physiker am CERN auch schlicht Weltmaschine; die gesuchten unsichtbaren  Teilchen, die nur an den Spuren ihres Verfalls erkannt werden können,  Gott-Partikel.</p>
<p>Wir benutzen den  Zufall, weil in all unseren Kollisionen von unseren netten kleinen  Elementarteilchen, die Protonen genannt werden, sind die Ergebnisse im  Grunde genommen zufällig, nur gesteuert von Wahrscheinlichkeiten, und  die Wahrscheinlichkeiten sind extrem klein, um etwas zu finden, das wir  noch nicht kennen. Deshalb brauchen wir den glücklichen Zufall, einmal  in einer Billion Ereignissen etwas zu finden, das neu ist und das uns  einen Hinweis darauf gibt, wie das Universum entstanden ist.</p>
<p>Und  doch ist das Bild eines durch und durch allmächtigen Gottes, der den  Lauf der Welt bis ins Detail vorherbestimmt hat, nicht passé. Die  wachsende Zahl charismatischer Bewegungen und Kirchen in Afrika werben  damit, dass ihre Anhänger nicht erst im Jenseits, sondern schon jetzt  konkret von Gottes Allmacht profitieren können &#8211; persönlich, beruflich,  wirtschaftlich. Und in den USA prosperieren konservative Kirchen, in  deren Zentrum der Glaube an Gottes allumfassenden Plan steht.</p>
<p>Für  diese Kreationisten ist das erste Buch Mose im Alten Testament, die  Genesis, eine historische Primärquelle. Nach ihrer Sicht hat Gott  tatsächlich in sechs mal 24 Stunden die Welt erschaffen &#8211; und am siebten  Tag geruht. Die Evolution lehnen sie als mit der Schöpfungsgeschichte  unvereinbar ab.</p>
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		<title>Freiheit und Wunder, Teil 3 – Lücke im Gewebe der Notwendigkeiten</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 11:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil III: Das Wunder und die Lücken im Gewebe der Notwendigkeiten
Meines   Wissens begegnen wir  dieser Einsicht weder in den Naturwissenschaften   noch bei jenen  Philosophen, die sich um deren Deutung bemühten.  Dagegen  hat sie ein  Dichter in genialer Intuition auf den Punkt  gebracht. „Der  Mensch…, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Teil III: Das Wunder und die Lücken im Gewebe der Notwendigkeiten</strong></p>
<p>Meines   Wissens begegnen wir  dieser Einsicht weder in den Naturwissenschaften   noch bei jenen  Philosophen, die sich um deren Deutung bemühten.  Dagegen  hat sie ein  Dichter in genialer Intuition auf den Punkt  gebracht. „Der  Mensch…, sagt  Friedrich Schiller, „hat… das Vorrecht,  in den Ring der  Notwendigkeit…  durch seinen Willen zu greifen und eine  ganz frische  Reihe von  Erscheinungen in sich selbst anzufangen. Der  Akt, durch den  er dieses  wirkt, heißt… eine Handlung, und diejenigen  seiner  Verrichtungen, die aus einer solchen Handlung herfließen,… seine  Taten.“   Sieht man bei diesem Text davon ab, dass die Freiheit in der  Natur zu   eng gefasst wird, weil sie sich nur auf den Menschen und sein  Handeln   bezieht, so spricht Schiller hier eine Wahrheit aus, die  dreihundert   Jahre lang beflissen unterdrückt worden ist.</p>
<p>Was   geschieht bei solchen  Eingriffen in den „Ring der Notwendigkeit“? Zum   Beispiel stößt dann ein  Mensch einen auf der Kippe stehenden Stein  mit  leichtem Fingerdruck in  die Tiefe und löst damit einen  gesetzmäßigen  Vorgang der  Fallbeschleunigung aus. Subjektiv erleben  wir das als einen  Akt unserer  Freiheit, denn es bleibt uns überlassen,  ein solches  Geschehen  willkürlich auszulösen oder auch nicht. Bringt  dagegen ein  Beben oder  ein Windstoß die gleiche Wirkung hervor, so  bezeichnen wir  das  identische Ereignis mit dem abwertenden Begriff des  Zufalls. Doch  liegt  der Unterschied wohl nur darin, dass wir im einen  Fall eine  Innensicht  auf die Freiheit in der Natur besitzen, die uns  als eigener  Antrieb sinnvoll und selbstverständlich erscheint, während  im anderen  das Ereignis für uns kein Sinn ergibt und wir deswegen von  bloßem Zufall  sprechen.</p>
<p>Die empirischen  Wissenschaften  wollten  die Welt entzaubern, in Wahrheit haben sie Zauber  und  Freiheit als  gleichberechtigte Dimension in die Wirklichkeit   eingeführt oder, anders  gesagt, diese in Wahrheit nie wirklich aus ihr   vertrieben. Das geht so  weit, dass selbst das Wunder ihren   Voraussetzungen keineswegs  widerspricht. Die Naturwissenschaften gehen   davon aus, dass  menschliches Wollen Gesetzmäßigkeiten im Experiment   jederzeit abspulen  lassen kann &#8211; sie lassen diese Gesetzmäßigkeiten  also  auf einem Sockel  von Freiheit ruhen. Durch diese Einbeziehung von   Freiheit nehmen sie  der Natur den größten Teil ihrer Berechenbarkeit.   Unzählige Wesen –  nicht nur Menschen &#8211; können jederzeit kraft ihrer   Freiheit unzählige  gesetzmäßige Vorgänge auslösen (oder auch nicht   auslösen) – wie dies ja  nicht nur in Tausenden von Laboren überall in   der Welt geschieht,  sondern mit jedem Akt, den wir täglich verrichten,   sei es auch nur,  indem wir eine Beleuchtung ein- oder ausschalten. Je   nachdem, was diese  Wesen tatsächlich tun oder nicht tun, entstehen   unbegrenzt viele  alternative und freie Ereigniswelten, die dennoch in  jedem Fall den  gleichen Naturgesetzen gehorchen.</p>
<p>Nehmen  wir an, dass  auch  die Eingriffe eines übermenschlichen Wesens zu  diesem Sockel der   Freiheit gehören, so könnte die Welt wesentlich  durch dessen Eingreifen   geformt und bestimmt sein, doch würden wir  dies nicht einmal bemerken,  weil ja kein uns bekanntes Naturgesetz  dadurch verletzt wird. Das  übermenschliche Wollen würde sich die Lücken  im Gewebe der  Notwendigkeiten zunutze machen, die Punkte also, auf  welche die Freiheit  zugreifen kann.</p>
<p>Mit diesem Abschluss  will  ich nicht  der metaphysischen Spekulation oder gar dem  Obskurantismus  Vorschub  leisten; ich möchte nur zeigen, dass wir diese  Möglichkeit in  einem  Universum, dessen gleichberechtigte Dimension  neben der  Notwendigkeit  die Freiheit ist, nicht grundsätzlich  ausschließen dürfen.  Das Wunder  besteht in der Vielzahl möglicher  Welten,  die wir alle für ganz normal  halten würden. Die Wissenschaft  selbst  beweist es uns durch das  Postulat der Freiheit: Es muss  keineswegs alles  mit ganz natürlichen  Dingen zugehen!</p>
<p>©14.11.2011 &#8211; Gero Jenner</p>
<p>http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Freiheit_und_Wunder.html</p>
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		<title>Freiheit und Wunder, Teil 2 &#8211; Beschwörung von Freiheit und Wunder</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 12:14:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wissenschaftler pflegen darüber den Kopf zu schütteln. Sie hören auf Beweise, aber sie ignorieren bloße Behauptungen. Und darin haben sie zweifellos recht: Ihr ganzer inzwischen vierhundertjähriger Erfolg beruht auf dieser Methode. Sämtliche Errungenschaften der modernen Technik, angefangen von der Dampfmaschine bis zum Computer setzen die sorgfältige Beobachtung der Natur voraus. Sie beruhen auf der Erkundung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftler pflegen darüber den Kopf zu schütteln. Sie hören auf Beweise, aber sie ignorieren bloße Behauptungen. Und darin haben sie zweifellos recht: Ihr ganzer inzwischen vierhundertjähriger Erfolg beruht auf dieser Methode. Sämtliche Errungenschaften der modernen Technik, angefangen von der Dampfmaschine bis zum Computer setzen die sorgfältige Beobachtung der Natur voraus. Sie beruhen auf der Erkundung ihrer verborgenen Ordnung: auf Beweisen für geltende Gesetze und der Zurückweisung bloßer Behauptungen. Wer Natur und Mensch anders sieht als die Wissenschaft, muss dafür unwiderlegbare Gründe vorbringen. Andernfalls wird er im günstigsten Fall ignoriert, schlimmstenfalls rechnet man ihn voller Hohn dem Lager der Phantasten und Spinner zu, die uns die Wirklichkeit nicht erklären, sondern sie stattdessen mit ihren zerebralen Ausgeburten bevölkern. Beweis und bloße Behauptung sind für den Wissenschaftler nicht weniger weit voneinander entfernt als das moderne Zeitalter der Wissenschaften von der Vergangenheit einer Jahrtausende lang bloß fabulierenden Menschheit.</p>
<p>Die vorangehenden Zeilen mag der Leser als Einleitung betrachten, um ihn auf die im Titel ausgesprochene Ankündigung vorzubereiten. Ja, die Wissenschaften wollten vier Jahrhunderte lang das Leben auf Physik und Chemie reduzieren, die Freiheit aus der Natur vertreiben. Ihre philosophischen Wortführer von Spinoza über Leibniz bis hin zu Bertrand Russell glaubten, die Natur entzaubert, sie zur bloßen Maschine gemacht zu haben. Doch sie haben sich auf eine merkwürdige, in der Geistesgeschichte wohl einzigartige Weise geirrt. In Wahrheit ist Natur unter ihren Händen zum großen Geheimnis geworden. Ohne es selbst zu bemerken &#8211; ja, sich absichtlich gegen diese Einsicht sträubend &#8211; zeigen sie uns eine Natur, die ohne Freiheit prinzipiell nicht einmal denkbar ist. Und diese Befreiung der Natur führen die empirischen Wissenschaften nicht etwa beiläufig oder auf eine Weise herbei, über die man sich streiten könnte, sondern aufgrund ihres alltäglichen Vorgehens, nämlich durch die Methode des wissenschaftlichen Experiments. Mit dieser zeigen sie logisch zwingend, dass Gesetzhaftigkeit für sie nur eine Dimension des Wirklichen bildet, Freiheit aber dessen zweite fundamentale Kategorie &#8211; und zwar nicht allein die Freiheit des Menschen, sondern die der gesamten Natur. Damit widersprechen sie – wenn auch bisher ohne sich dessen bewusst zu sein &#8211; einer vierhundertjährigen Verleugnung der Freiheit.</p>
<p><strong>Kein Experiment ohne die Voraussetzung der Freiheit</strong></p>
<p>Die Wissenschaften der Natur zeigen Regelmäßigkeiten des uns umgehenden Geschehens auf. Diese beschreiben sie als Gesetze. So stellen sie etwa fest, dass Wasser unter normalen atmosphärischen Bedingungen stets bei hundert Grad Celsius aus dem flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht, oder sie beschreiben mit mathematischer Exaktheit die parabelartige Flugbahn einer abgeschossenen Kanonenkugel. Über ihre gesamte Dauer lassen sich derartige Geschehnisse gesetzmäßig beschreiben: unter gleichen Bedingungen zeigt der Verlauf in seinen einzelnen Stadien immer dieselbe Entwicklung. Die fortschreitende Erkundung derartiger gesetzhafter Gleichförmigkeiten hat Wissenschaft und Philosophie zu den vorher zitierten theoretischen Stellungnahmen geführt und dem sich daraus ergebenden Weltbild. Doch das ist nicht alles. Die Wissenschaft musste zur gleichen Zeit darauf bestehen – denn dadurch verbürgte sie die Wahrheit dieser Gesetze &#8211; dass die entsprechenden Geschehnisse jederzeit im Experiment überprüfbar seien. Mit anderen Worten, die empirische Wissenschaft behauptete nicht nur die Existenz gesetzhafter Abläufe, sondern sie musste zur gleichen Zeit darauf bestehen, dass diese Abläufe an beliebigen Orten zu beliebiger Zeit wiederholbar seien.</p>
<p>Mit diesem zweiten Teil ihrer Aussage über die Wirklichkeit stellt die Naturwissenschaft eine Bedingung auf, die der Notwendigkeit radikal widerspricht. Während die Kugel, einmal abgeschossen, sklavisch der Parabel und der von ihr beschriebenen Notwendigkeit folgt, gibt es für den Abschuss selbst, d.h. für den Beginn, keine Formel, keine Notwendigkeit, kein Gesetz – all dies kann es nicht geben, denn dieser Abschuss soll ja &#8211; so das Postulat der Wissenschaft &#8211; der Möglichkeit nach überall und zu jeder Zeit möglich sein. Der gesetzhafte Verlauf – die genau festgelegte Bahn einer abgeschossenen Kugel – und der willkürliche Beginn dieses Ereignisses, gehören zwei grundsätzlich unterschiedenen Dimensionen des Wirklichen an. Nur weil der Anfang des Verlaufes in völliger Freiheit erfolgt und erfolgen soll, ist es überhaupt möglich, dass die Wissenschaft Gesetze durch das Experiment zu beweisen (bzw. durch dessen Misslingen zu falsifizieren) vermag. Würde &#8211; wie Philosophen und Wissenschaftler von Spinoza über Leibniz bis zu Bertrand Russell unisono behauptet haben &#8211; alles Geschehen ausschließlich der Notwendigkeit gehorchen, so ließe sich keines der von ihr gefundenen Gesetze durch das Experiment beweisen, denn jedes regelmäßige Geschehen &#8211; wie etwa der Abschuss einer Kugel &#8211; wäre ja seinerseits das notwendige und damit gesetzmäßige Ergebnis eines vorangehenden Geschehens. So wie wir die Flugbahn der Kugel mathematisch genau beschreiben könnten, müsste es gleichfalls Gesetze geben, die genau vorauszusagen erlauben, warum nur eine Person soundso an dem Ort und zu jener bestimmten Zeit eine Kanonenkugel abschießt. Das aber wäre das Ende für das Selbstverständnis der empirischen Wissenschaften. Denn für diese ist ja – um es noch einmal zu sagen &#8211; gerade die Behauptung grundlegend, wonach jedermann zu jeder Zeit das Experiment willkürlich auslösen kann.</p>
<p>Damit leugnet die Wissenschaft in ihrem praktischen Vorgehen, was sie theoretisch als Dogma verficht: Sie leugnet mit aller Entschiedenheit und prinzipiell eine durchgängige Gesetzhaftigkeit der Natur. Und diese Leugnung vollzieht sie nicht etwa auf der oberflächlichen Ebene des Experiments, dessen Ergebnisse durch einen späteren Versuch immer noch annulliert (falsifiziert) werden könnten, sondern auf eine weit tieferen und in der Tat fundamentalen Ebene, nämlich in ihren Voraussetzungen.</p>
<p>Die Wissenschaften von der Natur setzen Freiheit aber nicht allein für den Menschen voraus, der als Experimentator jederzeit aufgrund seines Wollens eine neue Kette gesetzmäßiger oder zufälliger Ereignisse lostreten kann. Sie befreien nicht nur den Menschen, sondern zwangsläufig auch die Natur. Die von Spinoza bis Heisenberg geltende Auffassung, wonach alle Geschehnisse eine Kette von Zeitpunkten bilden, wo jeweils der spätere Punkt mit Notwendigkeit auf den jeweils früheren folgt (auch wenn das nur eine vollkommene Intelligenz zu erkennen vermag), wird durch die genannte Voraussetzung ad absurdum geführt. Der Mensch würde in diese Kette nicht nach Belieben eingreifen können, wenn es nicht überall Punkte gäbe, die zwar zeitlich aufeinander folgen, aber ohne Notwendigkeit &#8211; eine andere Abfolge ist jederzeit möglich. Um es in einem Bild auszudrücken: Das Gewebe der Notwendigkeiten, die wir als Gesetze beschreiben, ist mit Lücken übersät, in die der Mensch eingreifen kann. Nur deswegen kann er seine Umwelt nach eigenen Vorstellungen auf tausenderlei Weise gestalten. Es muss sich nach den Vorgaben bestehender Gesetze richten, aber auf unendliche Art kann er diese für seine Zwecke benutzen.</p>
<p>Naturwissenschaften und Philosophen in ihrem Gefolge haben die Freiheit dogmatisch geleugnet. Warum sie dies taten, lässt sich unschwer begreifen. Wenn man Natur mit ihren Mitteln erklären will, setzt man die Existenz von Gesetzen voraus, will man die Natur restlos erklären, darf es in ihr ausschließlich Gesetze geben &#8211; die Anerkennung von Freiheit hätte der Erklärung von vornherein unüberwindbare Grenzen gesetzt. In diesem Sinne war die Verbannung der Freiheit aus der Natur nichts anderes als ein Machtspruch der siegreichen Wissenschaften: Seit dem 17. Jahrhundert melden diese den Anspruch auf totale Erklärung und Enträtselung an. Sie mussten daher darauf dringen, dass kein Phänomen der Natur sich der Gesetzhaftigkeit entziehe. Schon David Hume, der große englische Skeptiker, hatte Bedenken angemeldet. Wenn ein Ereignis auf ein anderes folge, könnten wir, streng genommen, nie von einer Notwendigkeit sprechen, da wir immer nur eine endliche Zahl von Vorfällen kennen. Karl Popper verwies das Kausalitätsprinzip überhaupt in das Reich der Metaphysik, also des prinzipiell Unbeweisbaren.</p>
<p>Doch beide Denker sind mit ihrer Kritik nicht weit genug gegangen. Denn die Annahme einer durchgängigen Gesetzhaftigkeit der Natur ist nachweisbar falsch. Sie ist nicht nur falsch, weil der Mensch nie so allwissend sein wird wie der Dämon von Laplace oder ein Quantenphysiker, der nicht darauf hoffen darf, jemals den mikroskopischen Zustand der Welt zu kennen. Sie ist falsch, weil sie das logische Fundament der Naturwissenschaften zerstört. Man kann nicht von der beliebigen – also durch keine Gesetzmäßigkeit bedingten &#8211; Wiederholbarkeit gesetzhafter Geschehen im Experiment ausgehen und zur gleichen Zeit die durchgehende Gesetzhaftigkeit der Natur postulieren. Das eine Mal wird eine Welt der Freiheit, das andere Mal eine Welt der Notwendigkeit postuliert. Wissenschaft ist erst in dem Augenblick widerspruchsfrei, wo sie beide Dimensionen als Voraussetzung ihrer eigenen Methode und Weltsicht anerkennt: die Notwendigkeit undund die Freiheit.</p>
<p>&gt; <strong></strong><strong><a title="“Freiheit und Wunder, Teil 3 – Lücke im Gewebe der Notwendigkeiten” bearbeiten" href="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=604" target="_self">Freiheit und Wunder, Teil 3 – Lücke im Gewebe der Notwendigkeiten</a></strong></p>
<p>http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=604</p>
<p>©14.11.2011 &#8211; Gero Jenner</p>
<p>http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Freiheit_und_Wunder.html</p>
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