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	<title>Prinzip Zufall &#187; Determinismus</title>
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	<description>Kunst und Parapsychologie</description>
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		<title>Was ist Freiheit?</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 10:58:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Alles ist sie für das  einzelne Individuum. Jede Einschränkung unserer persönlichen Freiheit  empfinden wir als unerträglichen Zwang. Deshalb zählt stets der  Freiheitsentzug zu den höchsten von Gesellschaften verhängten Strafen.  Umso merkwürdiger muss es erscheinen, dass die Freiheit immer wieder  unter den Beschuss der Weltanschauung  geriet. Man erklärte sie zur subjektiven Illusion, zur Täuschung einer  unaufgeklärten Erkenntnis, zur Falle, in die der Mensch durch  oberflächliches Alltagsdenken gerät.</p>
<p>Am weitesten in die  Vergangenheit zurück reicht die Aushöhlung des Freiheitsbegriffes durch  die Theologie. Hier ergab sie sich aus der Allwissenheit, welche  Kirchenfürsten von Augustin bis Luther und Calvin zu einem  unverzichtbaren Attribut Gottes erklärten. Allwissenheit besagt, dass  IHM die ganz Zukunft der Welt und damit auch aller menschlichen Denk-  und Handlungsvorgänge schon immer bekannt sei. Gegen dieses Postulat  ließ sich menschliche Freiheit nur retten, wenn man sich mit Tricks und  allerlei gewundenen Denkmanövern behalf. Freilich hat sich unsere  säkularisierte Zeit aus diesen theologischen Spitzfindigkeiten wenig  gemacht und das ganze Problem gleichgültig ad acta gelegt.</p>
<p><strong>Viel radikaler wird die Leugnung der Freiheit in den Naturwissenschaften</strong></p>
<p>Doch die Freude darüber  hält sich in Grenzen, denn mit dem Aufkommen der Naturwissenschaften  seit Beginn der europäischen Neuzeit feiert die weltanschauliche  Demontage der Freiheit fröhliche Auferstehung. Nun sind es die  Wissenschaftler, welche die gesamte Natur enträtseln und erklären  wollen. Deshalb erlassen sie seit vierhundert Jahren den Machtspruch,  dass alles in der Natur mit natürlichen Dingen zugehe,  sprich, gemäß einer universalen und ausnahmslosen Gesetzmäßigkeit, die  es, wie der französische Mathematiker Laplace auf eine Frage Napoleons  formulierte, einer überlegenen Intelligenz erlauben würde, aus der  gegenwärtigen Konstellation der kleinsten Bausteine des Universums alle  künftigen Arrangements, d.h. die ganze Zukunft, abzuleiten und damit  vorauszusehen.</p>
<p>Das war im Grunde eine  Fortsetzung des theologischen Credos von der in Gottes Allwissenheit  begründeten universalen Unfreiheit. Man hat ihren Ursprung nur aus dem  Himmel auf die Erde versetzt. Nicht mehr Gott, sondern der Mensch (als  Wissenschaftler) nimmt nun Allwissenheit für sich in Anspruch. Der  Gewinn, den sich die Naturwissenschaften von einer universalen  Gültigkeit des „Kausalitätsprinzips“ versprechen, liegt auf der Hand. Da  dieses Prinzip die Freiheit grundsätzlich ausschließt, wird die Welt  für die Naturwissenschaften zur in Raum und Zeit zur Gänze berechenbar.  Auch wenn ihre Erklärungen de facto höchst unvollständig sind und auch  bleiben werden, weil Menschen eben niemals über die umfassende  Intelligenz des laplaceschen Dämons verfügen, sind doch prinzipiell  der Enträtselung der gesamten Natur durch die Wissenschaften keine  Grenzen gesetzt. Voller Selbstgewissheit und Optimismus haben die  Wissenschaftler das Erbe der Theologen angetreten und übernommen.</p>
<p>Doch in ihrem  selbstbewussten Vorgehen blieb ihnen verborgen (und das trifft auch auf  die Philosophen in ihrem Gefolge zu), dass sie damit in eine Falle  tappten: die Falle eines fundamentalen Widerspruchs. Der Sinn der  meisten Gesetze, welche die Naturwissenschaften ermitteln, besteht ja in  deren praktischer Anwendbarkeit. Ihre Universalität wird erst dadurch  bewiesen, dass sie sich im Experiment zu beliebigen Zeiten und an  beliebigen Orten wiederholen lassen. Mit anderen Worten, sie beruht  darauf, dass eine gesetzmäßige Verknüpfung mit den dem Experiment  jeweils vorausgehenden Raumzeitpunkten kategorisch ausgeschlossen und damit Freiheit ebenso kategorisch vorausgesetzt wird. Die Naturwissenschaftler und ihre philosophischen Exegeten haben schlichtweg übersehen, dass  sie in einem Atemzug Freiheit zu ihrer notwendigen Voraussetzung  erheben und sie andererseits mit gleicher Entschiedenheit leugnen.</p>
<p><strong>Die Attacke der Neurologen</strong></p>
<p>Nur so ist zu erklären,  dass Freiheit in ihrem Weltbild nach wie vor ein umkämpftes Terrain ist,  so als könnten wir uns eine Wirklichkeit denken, in der es Freiheit  nicht gäbe. Und dabei spielen seit neuestem die Humanwissenschaftler,  genauer gesagt Neurologen, eine herausragende Rolle. Sie glauben ein für  alle Mal den empirischen Beweis zu erbringen, dass menschliche  Willensakte unmöglich als frei gelten können. Unser Wollen würde nämlich  stets um Millisekunden später erfolgen als die diesbezüglichen  Handlungen. Der „Willensakt tritt in der Tat auf, nachdem  das Gehirn bereits entschieden hat, welche Bewegung es ausführen wird.“  Für den prominenten Neurobiologen Gerhard Roth steht damit fest, dass  das Gefühl der Probanden, eine freie Entscheidung getroffen zu haben,  aus wissenschaftlicher Sicht als bloße Illusion zu verwerfen sei. „Wir  tun nicht, was wir wollen, sondern wir wollen, was wir tun“, das ist  auch die Überzeugung des Psychologen Wolfgang Prinz. Der Physiologe Wolf  Singer pflichtet ihm darin bei. In der Überschrift eines FAZ-Artikels  vom 8. Januar 2004 gibt Wolfgang Singer die Stoßrichtung seiner  Forschungen an: „Verschaltungen legen uns fest: Wir sollten aufhören von  Freiheit zu reden“.</p>
<p><strong>Das Experiment von Benjamin Libet</strong></p>
<p>Worin besteht nun das  berühmte Experiment, das in den Augen führender Neurologen unser  bisheriges Weltbild von Grund auf erschüttert? Der angebliche Beweis  gegen die Freiheit des Menschen wurde von Benjamin Libet (1916 &#8211; 2007)  in die Wissenschaft eingebracht. In seiner berühmten Versuchsanordnung  maß Libet die zeitliche Abfolge eines Willensaktes und einer von diesem  ausgelösten Muskelaktivität. Es zeigte sich in Libets Experiment, dass  das Bereitschaftspotential im Durchschnitt 550-350 Millisekunden dem  Willensentschluss vorausging, niemals mit  ihm zeitlich zusammenfiel oder ihm etwa folgte. Einfacher gesagt,  handelt der Mensch zuerst und wird sich erst dann bewusst, dieses  Handeln zu wollen, zu beabsichtigen oder hervorzurufen – wie immer man  diesen geistigen Vorgang auch nennen mag.</p>
<p><strong>Libet geht weiter als alle anderen Wissenschaftler vor ihm</strong></p>
<p>In seiner Aussage geht das  Experiment von Benjamin Libet viel weiter als es bei erstem Hinsehen  scheint. Es hat zwar an sich nichts mit der von den Naturwissenschaften  seit dem 17. Jahrhundert postulierten, universellen Kausalität zu tun.  Es vertritt eine viel bescheidenere Position, da es sich nur mit  menschlichen Willensakten befasst. In Wahrheit aber dehnt sich seine  Geltung gleichsam von selbst ins Universale aus. Sollte es nämlich wahr  sein, dass selbst der Mensch nachweisbar unfrei ist, dann brauchen wir  keine weiteren Gedanken mehr an die Natur zu verschwenden. Sie kann uns  vielmehr völlig gleichgültig sein, denn in Wahrheit geht es ja immer und vor allem um unsere eigene, also um die menschliche Freiheit.  Hat Libet Recht, dann könnte die Arbeitshypothese der Wissenschaften  als gesicherte Erkenntnis verstanden werden. Wir sind dann bis zu jener  letzten Bastion vorgedrungen, wo Freiheit von jeher mit größter  Heftigkeit verteidigt wurde: dem Menschen. Und diese Bastion ist  gefallen.</p>
<p>Damit scheint sich nach  zweitausend Jahren theologischer und vierhundert Jahren  wissenschaftlicher Diskussion der Kreis zu schließen. Das theologische  Dogma von der Unfreiheit des Menschen aufgrund von Gottes Allwissenheit  und das wissenschaftliche Credo von seiner Unfreiheit aufgrund der  Kausalgesetze scheinen durch die jüngsten Ergebnisse der Hirnforschung  bestätigt.</p>
<p><strong>Zunächst die Blindheit gegenüber den eigenen Voraussetzungen</strong></p>
<p>Ein Dogma und eine  Arbeitshypothese scheinen bestätigt – in Wirklichkeit sind sie es  keinesfalls. Die Kritik ergibt sich einerseits aus dem schon zuvor  Gesagten. Es muss auch in diesem Fall überraschen, dass die Hirnforscher  für den Widerspruch blind sind, den sie mit ihren Experimenten selbst  demonstrieren. Das libetsche Experiment können sie beliebig oft an  beliebigen Plätzen wiederholen &#8211; und erbringen mit dieser willkürlichen Reproduzierbarkeit den Beweis, dass ihr Entschluss durch den vorausgehenden Raumzeitpunkt auf keinen Fall  determiniert und damit das bloße Resultat einer entsprechenden  zerebralen Verdrahtung sein kann. Die Neurologen müssten sich darüber  hinaus auch eingestehen, dass eine solche zerebrale Determination – wenn  es sie wirklich gäbe – dem Experiment allen Sinn nehmen würde, weil ja die zu demonstrierende Wahrheit in dem Augenblick keine Wahrheit mehr ist,  da wir zu ihr – wie der Neurophysiologe Wolf Singer behauptet &#8211;  schlicht und einfach „verschaltet“ sind. Wahrheit und Lüge sind in  diesem Fall ununterscheidbar. Sind wir zu dem jeweiligen Ergebnis  verdammt und verurteilt, gibt es kein wahr oder falsch – und damit gibt  es auch keine Wissenschaft, deren Ergebnisse diesen beiden Kriterien  unterliegen.</p>
<p><strong>Warum herrscht Stille um ein sensationelles Ergebnis der Forschung?</strong></p>
<p>Aber bleibt nicht trotzdem das experimentell gesicherte Faktum bestehen, dass Menschen erst handeln und danach diese Handlung wollen?  Wenn es stimmt, dass die menschliche Unfreiheit damit zum ersten Mal in  der Geschichte experimentell bewiesen wurde, stößt man zugleich auf ein  merkwürdiges Rätsel. Warum löste dieser Beweis keine weltweite  Erschütterung aus, sondern beschäftigt nur eine Handvoll von Neurologen?  Da wird – so scheint es zumindest &#8211; ein Jahrtausendproblem auf  erstaunliche einfache Art gelöst, und kaum jemand scheint dies  wahrzunehmen, geschweige denn, sich ernsthaft dafür zu interessieren!</p>
<p>Einmal mehr zeigt sich  hier, dass die Menschen Entdeckungen danach bewerten, wie sehr sie ihren  Bedürfnissen und Sehnsüchten entsprechen. Die Menschen des 20. und 21.  Jahrhunderts sehnten sich, und sie sehnen sich mehr denn je nach einer  Befreiung aus dem Gefängnis der Natur als Maschine. Sie haben die  Quantenphysik begrüßt, weil sie glaubten, nun hätten die Physiker selbst  eine Öffnung in das stählerne Gebäude der wissenschaftlichen  Naturerkenntnis gesprengt. Sie hoffen auf die Wiederverzauberung, die  Wiederbeseelung der zum toten Ding erklärten Natur. Aber sie wollen  nichts davon wissen, dass jetzt sogar der Mensch – und das noch dazu  kraft eines anscheinend unanfechtbaren Beweises &#8211; zur Maschine gemacht  werden soll. Libets Entdeckung erklärt menschliches Wollen zu einem  Epiphänomen, einem illusionären Beiwerk. Erst ist die Handlung da, dann  leistet sich die Natur den ziemlich überflüssigen Luxus, uns  vorzugaukeln, dass wir es sind, die sie in Gang setzen wollten.  Wäre Libet im Recht, dann liefe seine Entdeckung auf einen endgültigen  Todesstoß für die Idee der Freiheit hinaus. Wir sind wieder da, wo  Spinoza, Descartes, Voltaire, Holbach, Büchner, Russell – kurz das  europäische Abendland seit nunmehr vierhundert Jahren &#8211; schon immer  waren: bei einem gegen unsere Gefühle und unser Denken gleichermaßen  unbarmherzigen Determinismus.</p>
<p><strong>Warum Libet irrte</strong></p>
<p>Doch wie verhält es sich in  Wirklichkeit mit diesem „Beweis“? Ist er schlüssig, liefert er uns  wirklich eine endgültige Antwort? Wird der aufgrund solcher  Forschungsergebnisse gezogene Schluss von der Unfreiheit des  menschlichen Willens nun unausweichlich?</p>
<p>Der aufgrund des libetschen  Experiments gezogene Schluss ist keineswegs unausweichlich. Obwohl ich  kein Neurologe bin, melde ich &#8211; ganz im Sinne von David Hume – meinen  entschiedenen Widerspruch an. Und zwar nicht deswegen, weil ich Libets  empirische Resultate für anfechtbar halte oder die Versuchsanordnung als  fehlerhaft einschätze. Eine solche Kritik steht nur dem Spezialisten  zu. Ich meine nur, dass sich aus ihnen ganz andere Folgerungen ableiten  lassen.</p>
<p>Mein Einwand ist von  schlichter und elementarer Art – so schlicht wie damals der Einwand von  Hume gegen das Kausalitätsprinzip. Seltsamerweise sind weder Libet  selbst noch die ihm folgenden Verfechter der Unfreiheit auf den recht  nahe liegenden Gedanken gekommen. Wenn beides, der subjektiv  wahrgenommene Willensakt (z.B. der Entschluss: „Ich will jetzt meine  Hand aufheben“) und seine objektive Manifestation (z.B. die  entsprechende Handbewegung) nur die verschiedenen Erscheinungsformen  einer gleichen, aber tiefer liegenden Ursache sind, so ist mit den Ergebnissen von Libet überhaupt nichts bewiesen.</p>
<p>Sie sind aber  offensichtlich die Erscheinungsformen einer tiefer liegenden Ursache.  Jeder von uns weiß ja um diese tiefer liegende Schicht. Wie oft liegt  uns zum Beispiel ein Wort auf der Zunge.  Wir wissen, dass es in uns vorhanden ist – einige Minuten später fällt  es uns plötzlich ein –, aber gerade in diesem Moment gelingt es uns  nicht, das Wort aus dem Unbewussten in unser Bewusstsein emporzuladen.  Derartige Fälle weisen uns unmissverständlich auf die Koexistenz zweier unterschiedlicher Dimensionen  hin. Bevor wir überhaupt etwas in voller Bewusstheit wollen, ist in  unserem Unbewussten schon eine entsprechende Regung vorhanden. Ja, das Bewusstsein setzt diese unbewusste Regung voraus  – nicht anders als das ausgesprochene Wort jenen Zustand, bei dem es  uns nur auf der Zunge liegt, aber wir es noch nicht ins Licht des  Bewusstseins zu heben vermochten. Sowohl die Handlung selbst wie der  bewusste Entschluss zu ihr ruhen demnach auf einem gemeinsamen  Untergrund – um dessen Existenz wir zwar wissen, den wir aber nicht  weiter beschreiben und schon gar nicht im Experiment messen können.  Dieses nicht mehr fassbare X, diese vorbewusste Stufe, kann man als den  „nicht-manifesten Willen“ umschreiben oder ihm irgendwelche anderen  Bezeichnungen geben.</p>
<p>Wenn dies so ist, dann verliert die zeitliche Abfolge auf der manifesten Ebene  alle Bedeutung im Hinblick auf das Problem menschlicher Freiheit. Der  vorbewusste Anstoß löst die manifeste Handlung um Millisekunden früher  aus als das manifeste Bewusstsein vom eigenen Wollen. Das ist alles. Die  Tatsache menschlicher Freiheit wird durch das Experiment von Libet, so  genial es ersonnen ist, durchaus nicht widerlegt.</p>
<p><strong>Was ist Freiheit?</strong></p>
<p>Doch was ist Freiheit, wo  beginnt sie, wo kommt sie her, wo hört sie auf? Diese Frage werden wir  niemals erschöpfend beantworten können. Denn was bringt mich etwa dazu,  im gegenwärtigen Moment diese und keine anderen Gedanken zu entwickeln?  Mir selbst erscheint das gegenwärtige Geschehen als sinnvoll, weil ich  selbst ihm diesen Sinn verleihe. Aus der Sicht eines anderen Wesens,  sagen wir einer Katze oder eines Hundes, die mich dabei beobachten,  drückt sich darin der bloße Zufall aus. Freiheit ist meine eigene und die allgemein menschliche Innensicht  auf den Zufall, schon das Handeln eines anderen Menschen muss mir nicht  unbedingt als sinnvoll erscheinen, in diesem Fall vermag ich auch darin  nur den Zufall zu sehen.</p>
<p>Freiheit ist das Feld meiner je eigenen Seinsgestaltung. Wenn wir die Freiheit wozu von der Freiheit wovon  unterscheiden, halten wir uns an den Sinn, den sie für unser tägliches  Handeln besitzt, doch über ihren gemeinsamen Urgrund mit der Freiheit in  der Natur, die wir zu Unrecht in dem schäbigen Begriff des Zufalls  erfassen, haben wir damit nichts gesagt. Bekanntlich schlägt die  Naturwissenschaft alles, was sie nicht durch Gesetze zu erklären vermag,  dem Reich des Zufalls zu. Aber vielleicht drückt der Zufall nur jenen  Bereich einer universellen Freiheit aus, der wir keinen menschlichen  Sinn zu geben vermögen?</p>
<p><strong>Die doppelte Unendlichkeit der Natur</strong></p>
<p>Auf jeden Fall ist Freiheit  das Kostbarste, was wir haben, weil sie uns aus dem Stahlgehäuse der  Welt als Maschine erlöst. Sie ist allgegenwärtig in Mensch und Natur:  die notwendige  Entsprechung zu den Naturgesetzen. Theologie und Wissenschaft haben  immer wieder versucht, sie hinwegzuleugnen, dennoch bricht sie als  überwältigende Realität immer wieder unter dem Dogma hervor. Die  Allgegenwart der Freiheit – die Voraussetzung dafür, dass  Wissenschaftler überhaupt sinnvolle Experimente anstellen können –  besagt nicht mehr und nicht weniger, als dass die Unberechenbarkeit der  Natur so unendlich ist wie ihre in Gesetzen erfassbaren Ordnungen. Wir  werden die Natur immer weiter entschlüsseln – das ist ein potentiell  unendlicher Prozess. Doch je mehr sich der Lichtkegel weitet, mit der  wir auf diese Weise uns selbst und die uns umgebende Wirklichkeit  erhellen, umso größer wird zugleich das umgebende Dunkel. Auch Benjamin  Libet hat mit seinem Experiment nur bewiesen, dass der Mensch weit  komplexer ist, als er angenommen und vielleicht sogar vorausgesetzt  hatte. Natur und Mensch behalten ihren Zauber und ihre Wunder.</p>
<p>© 22.11.2011 &#8211; Gero Jenner</p>
<p>http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Was_ist_Freiheit.html</p>
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		<title>Freiheit und Wunder, Teil 3/3 – Lücke im Gewebe der Notwendigkeiten</title>
		<link>http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=604</link>
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		<pubDate>Sun, 15 Jan 2012 11:01:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Teil III: Das Wunder und die Lücken im Gewebe der Notwendigkeiten
Meines   Wissens begegnen wir  dieser Einsicht weder in den Naturwissenschaften   noch bei jenen  Philosophen, die sich um deren Deutung bemühten.  Dagegen  hat sie ein  Dichter in genialer Intuition auf den Punkt  gebracht. „Der  Mensch…, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Teil III: Das Wunder und die Lücken im Gewebe der Notwendigkeiten</strong></p>
<p>Meines   Wissens begegnen wir  dieser Einsicht weder in den Naturwissenschaften   noch bei jenen  Philosophen, die sich um deren Deutung bemühten.  Dagegen  hat sie ein  Dichter in genialer Intuition auf den Punkt  gebracht. „Der  Mensch…, sagt  Friedrich Schiller, „hat… das Vorrecht,  in den Ring der  Notwendigkeit…  durch seinen Willen zu greifen und eine  ganz frische  Reihe von  Erscheinungen in sich selbst anzufangen. Der  Akt, durch den  er dieses  wirkt, heißt… eine Handlung, und diejenigen  seiner  Verrichtungen, die aus einer solchen Handlung herfließen,… seine  Taten.“   Sieht man bei diesem Text davon ab, dass die Freiheit in der  Natur zu   eng gefasst wird, weil sie sich nur auf den Menschen und sein  Handeln   bezieht, so spricht Schiller hier eine Wahrheit aus, die  dreihundert   Jahre lang beflissen unterdrückt worden ist.</p>
<p>Was   geschieht bei solchen  Eingriffen in den „Ring der Notwendigkeit“? Zum   Beispiel stößt dann ein  Mensch einen auf der Kippe stehenden Stein  mit  leichtem Fingerdruck in  die Tiefe und löst damit einen  gesetzmäßigen  Vorgang der  Fallbeschleunigung aus. Subjektiv erleben  wir das als einen  Akt unserer  Freiheit, denn es bleibt uns überlassen,  ein solches  Geschehen  willkürlich auszulösen oder auch nicht. Bringt  dagegen ein  Beben oder  ein Windstoß die gleiche Wirkung hervor, so  bezeichnen wir  das  identische Ereignis mit dem abwertenden Begriff des  Zufalls. Doch  liegt  der Unterschied wohl nur darin, dass wir im einen  Fall eine  Innensicht  auf die Freiheit in der Natur besitzen, die uns  als eigener  Antrieb sinnvoll und selbstverständlich erscheint, während  im anderen  das Ereignis für uns kein Sinn ergibt und wir deswegen von  bloßem Zufall  sprechen.</p>
<p>Die empirischen  Wissenschaften  wollten  die Welt entzaubern, in Wahrheit haben sie Zauber  und  Freiheit als  gleichberechtigte Dimension in die Wirklichkeit   eingeführt oder, anders  gesagt, diese in Wahrheit nie wirklich aus ihr   vertrieben. Das geht so  weit, dass selbst das Wunder ihren   Voraussetzungen keineswegs  widerspricht. Die Naturwissenschaften gehen   davon aus, dass  menschliches Wollen Gesetzmäßigkeiten im Experiment   jederzeit abspulen  lassen kann &#8211; sie lassen diese Gesetzmäßigkeiten  also  auf einem Sockel  von Freiheit ruhen. Durch diese Einbeziehung von   Freiheit nehmen sie  der Natur den größten Teil ihrer Berechenbarkeit.   Unzählige Wesen –  nicht nur Menschen &#8211; können jederzeit kraft ihrer   Freiheit unzählige  gesetzmäßige Vorgänge auslösen (oder auch nicht   auslösen) – wie dies ja  nicht nur in Tausenden von Laboren überall in   der Welt geschieht,  sondern mit jedem Akt, den wir täglich verrichten,   sei es auch nur,  indem wir eine Beleuchtung ein- oder ausschalten. Je   nachdem, was diese  Wesen tatsächlich tun oder nicht tun, entstehen   unbegrenzt viele  alternative und freie Ereigniswelten, die dennoch in  jedem Fall den  gleichen Naturgesetzen gehorchen.</p>
<p>Nehmen  wir an, dass  auch  die Eingriffe eines übermenschlichen Wesens zu  diesem Sockel der   Freiheit gehören, so könnte die Welt wesentlich  durch dessen Eingreifen   geformt und bestimmt sein, doch würden wir  dies nicht einmal bemerken,  weil ja kein uns bekanntes Naturgesetz  dadurch verletzt wird. Das  übermenschliche Wollen würde sich die Lücken  im Gewebe der  Notwendigkeiten zunutze machen, die Punkte also, auf  welche die Freiheit  zugreifen kann.</p>
<p>Mit diesem Abschluss  will  ich nicht  der metaphysischen Spekulation oder gar dem  Obskurantismus  Vorschub  leisten; ich möchte nur zeigen, dass wir diese  Möglichkeit in  einem  Universum, dessen gleichberechtigte Dimension  neben der  Notwendigkeit  die Freiheit ist, nicht grundsätzlich  ausschließen dürfen.  Das Wunder  besteht in der Vielzahl möglicher  Welten,  die wir alle für ganz normal  halten würden. Die Wissenschaft  selbst  beweist es uns durch das  Postulat der Freiheit: Es muss  keineswegs alles  mit ganz natürlichen  Dingen zugehen!</p>
<p>©14.11.2011 &#8211; Gero Jenner</p>
<p>http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Freiheit_und_Wunder.html</p>
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		<title>Freiheit und Wunder, Teil 2/3 &#8211; Beschwörung von Freiheit und Wunder</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Jan 2012 12:14:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wissenschaftler pflegen darüber den Kopf zu schütteln. Sie hören auf Beweise, aber sie ignorieren bloße Behauptungen. Und darin haben sie zweifellos recht: Ihr ganzer inzwischen vierhundertjähriger Erfolg beruht auf dieser Methode. Sämtliche Errungenschaften der modernen Technik, angefangen von der Dampfmaschine bis zum Computer setzen die sorgfältige Beobachtung der Natur voraus. Sie beruhen auf der Erkundung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wissenschaftler pflegen darüber den Kopf zu schütteln. Sie hören auf Beweise, aber sie ignorieren bloße Behauptungen. Und darin haben sie zweifellos recht: Ihr ganzer inzwischen vierhundertjähriger Erfolg beruht auf dieser Methode. Sämtliche Errungenschaften der modernen Technik, angefangen von der Dampfmaschine bis zum Computer setzen die sorgfältige Beobachtung der Natur voraus. Sie beruhen auf der Erkundung ihrer verborgenen Ordnung: auf Beweisen für geltende Gesetze und der Zurückweisung bloßer Behauptungen. Wer Natur und Mensch anders sieht als die Wissenschaft, muss dafür unwiderlegbare Gründe vorbringen. Andernfalls wird er im günstigsten Fall ignoriert, schlimmstenfalls rechnet man ihn voller Hohn dem Lager der Phantasten und Spinner zu, die uns die Wirklichkeit nicht erklären, sondern sie stattdessen mit ihren zerebralen Ausgeburten bevölkern. Beweis und bloße Behauptung sind für den Wissenschaftler nicht weniger weit voneinander entfernt als das moderne Zeitalter der Wissenschaften von der Vergangenheit einer Jahrtausende lang bloß fabulierenden Menschheit.</p>
<p>Die vorangehenden Zeilen mag der Leser als Einleitung betrachten, um ihn auf die im Titel ausgesprochene Ankündigung vorzubereiten. Ja, die Wissenschaften wollten vier Jahrhunderte lang das Leben auf Physik und Chemie reduzieren, die Freiheit aus der Natur vertreiben. Ihre philosophischen Wortführer von Spinoza über Leibniz bis hin zu Bertrand Russell glaubten, die Natur entzaubert, sie zur bloßen Maschine gemacht zu haben. Doch sie haben sich auf eine merkwürdige, in der Geistesgeschichte wohl einzigartige Weise geirrt. In Wahrheit ist Natur unter ihren Händen zum großen Geheimnis geworden. Ohne es selbst zu bemerken &#8211; ja, sich absichtlich gegen diese Einsicht sträubend &#8211; zeigen sie uns eine Natur, die ohne Freiheit prinzipiell nicht einmal denkbar ist. Und diese Befreiung der Natur führen die empirischen Wissenschaften nicht etwa beiläufig oder auf eine Weise herbei, über die man sich streiten könnte, sondern aufgrund ihres alltäglichen Vorgehens, nämlich durch die Methode des wissenschaftlichen Experiments. Mit dieser zeigen sie logisch zwingend, dass Gesetzhaftigkeit für sie nur eine Dimension des Wirklichen bildet, Freiheit aber dessen zweite fundamentale Kategorie &#8211; und zwar nicht allein die Freiheit des Menschen, sondern die der gesamten Natur. Damit widersprechen sie – wenn auch bisher ohne sich dessen bewusst zu sein &#8211; einer vierhundertjährigen Verleugnung der Freiheit.</p>
<p><strong>Kein Experiment ohne die Voraussetzung der Freiheit</strong></p>
<p>Die Wissenschaften der Natur zeigen Regelmäßigkeiten des uns umgehenden Geschehens auf. Diese beschreiben sie als Gesetze. So stellen sie etwa fest, dass Wasser unter normalen atmosphärischen Bedingungen stets bei hundert Grad Celsius aus dem flüssigen in den gasförmigen Zustand übergeht, oder sie beschreiben mit mathematischer Exaktheit die parabelartige Flugbahn einer abgeschossenen Kanonenkugel. Über ihre gesamte Dauer lassen sich derartige Geschehnisse gesetzmäßig beschreiben: unter gleichen Bedingungen zeigt der Verlauf in seinen einzelnen Stadien immer dieselbe Entwicklung. Die fortschreitende Erkundung derartiger gesetzhafter Gleichförmigkeiten hat Wissenschaft und Philosophie zu den vorher zitierten theoretischen Stellungnahmen geführt und dem sich daraus ergebenden Weltbild. Doch das ist nicht alles. Die Wissenschaft musste zur gleichen Zeit darauf bestehen – denn dadurch verbürgte sie die Wahrheit dieser Gesetze &#8211; dass die entsprechenden Geschehnisse jederzeit im Experiment überprüfbar seien. Mit anderen Worten, die empirische Wissenschaft behauptete nicht nur die Existenz gesetzhafter Abläufe, sondern sie musste zur gleichen Zeit darauf bestehen, dass diese Abläufe an beliebigen Orten zu beliebiger Zeit wiederholbar seien.</p>
<p>Mit diesem zweiten Teil ihrer Aussage über die Wirklichkeit stellt die Naturwissenschaft eine Bedingung auf, die der Notwendigkeit radikal widerspricht. Während die Kugel, einmal abgeschossen, sklavisch der Parabel und der von ihr beschriebenen Notwendigkeit folgt, gibt es für den Abschuss selbst, d.h. für den Beginn, keine Formel, keine Notwendigkeit, kein Gesetz – all dies kann es nicht geben, denn dieser Abschuss soll ja &#8211; so das Postulat der Wissenschaft &#8211; der Möglichkeit nach überall und zu jeder Zeit möglich sein. Der gesetzhafte Verlauf – die genau festgelegte Bahn einer abgeschossenen Kugel – und der willkürliche Beginn dieses Ereignisses, gehören zwei grundsätzlich unterschiedenen Dimensionen des Wirklichen an. Nur weil der Anfang des Verlaufes in völliger Freiheit erfolgt und erfolgen soll, ist es überhaupt möglich, dass die Wissenschaft Gesetze durch das Experiment zu beweisen (bzw. durch dessen Misslingen zu falsifizieren) vermag. Würde &#8211; wie Philosophen und Wissenschaftler von Spinoza über Leibniz bis zu Bertrand Russell unisono behauptet haben &#8211; alles Geschehen ausschließlich der Notwendigkeit gehorchen, so ließe sich keines der von ihr gefundenen Gesetze durch das Experiment beweisen, denn jedes regelmäßige Geschehen &#8211; wie etwa der Abschuss einer Kugel &#8211; wäre ja seinerseits das notwendige und damit gesetzmäßige Ergebnis eines vorangehenden Geschehens. So wie wir die Flugbahn der Kugel mathematisch genau beschreiben könnten, müsste es gleichfalls Gesetze geben, die genau vorauszusagen erlauben, warum nur eine Person soundso an dem Ort und zu jener bestimmten Zeit eine Kanonenkugel abschießt. Das aber wäre das Ende für das Selbstverständnis der empirischen Wissenschaften. Denn für diese ist ja – um es noch einmal zu sagen &#8211; gerade die Behauptung grundlegend, wonach jedermann zu jeder Zeit das Experiment willkürlich auslösen kann.</p>
<p>Damit leugnet die Wissenschaft in ihrem praktischen Vorgehen, was sie theoretisch als Dogma verficht: Sie leugnet mit aller Entschiedenheit und prinzipiell eine durchgängige Gesetzhaftigkeit der Natur. Und diese Leugnung vollzieht sie nicht etwa auf der oberflächlichen Ebene des Experiments, dessen Ergebnisse durch einen späteren Versuch immer noch annulliert (falsifiziert) werden könnten, sondern auf eine weit tieferen und in der Tat fundamentalen Ebene, nämlich in ihren Voraussetzungen.</p>
<p>Die Wissenschaften von der Natur setzen Freiheit aber nicht allein für den Menschen voraus, der als Experimentator jederzeit aufgrund seines Wollens eine neue Kette gesetzmäßiger oder zufälliger Ereignisse lostreten kann. Sie befreien nicht nur den Menschen, sondern zwangsläufig auch die Natur. Die von Spinoza bis Heisenberg geltende Auffassung, wonach alle Geschehnisse eine Kette von Zeitpunkten bilden, wo jeweils der spätere Punkt mit Notwendigkeit auf den jeweils früheren folgt (auch wenn das nur eine vollkommene Intelligenz zu erkennen vermag), wird durch die genannte Voraussetzung ad absurdum geführt. Der Mensch würde in diese Kette nicht nach Belieben eingreifen können, wenn es nicht überall Punkte gäbe, die zwar zeitlich aufeinander folgen, aber ohne Notwendigkeit &#8211; eine andere Abfolge ist jederzeit möglich. Um es in einem Bild auszudrücken: Das Gewebe der Notwendigkeiten, die wir als Gesetze beschreiben, ist mit Lücken übersät, in die der Mensch eingreifen kann. Nur deswegen kann er seine Umwelt nach eigenen Vorstellungen auf tausenderlei Weise gestalten. Es muss sich nach den Vorgaben bestehender Gesetze richten, aber auf unendliche Art kann er diese für seine Zwecke benutzen.</p>
<p>Naturwissenschaften und Philosophen in ihrem Gefolge haben die Freiheit dogmatisch geleugnet. Warum sie dies taten, lässt sich unschwer begreifen. Wenn man Natur mit ihren Mitteln erklären will, setzt man die Existenz von Gesetzen voraus, will man die Natur restlos erklären, darf es in ihr ausschließlich Gesetze geben &#8211; die Anerkennung von Freiheit hätte der Erklärung von vornherein unüberwindbare Grenzen gesetzt. In diesem Sinne war die Verbannung der Freiheit aus der Natur nichts anderes als ein Machtspruch der siegreichen Wissenschaften: Seit dem 17. Jahrhundert melden diese den Anspruch auf totale Erklärung und Enträtselung an. Sie mussten daher darauf dringen, dass kein Phänomen der Natur sich der Gesetzhaftigkeit entziehe. Schon David Hume, der große englische Skeptiker, hatte Bedenken angemeldet. Wenn ein Ereignis auf ein anderes folge, könnten wir, streng genommen, nie von einer Notwendigkeit sprechen, da wir immer nur eine endliche Zahl von Vorfällen kennen. Karl Popper verwies das Kausalitätsprinzip überhaupt in das Reich der Metaphysik, also des prinzipiell Unbeweisbaren.</p>
<p>Doch beide Denker sind mit ihrer Kritik nicht weit genug gegangen. Denn die Annahme einer durchgängigen Gesetzhaftigkeit der Natur ist nachweisbar falsch. Sie ist nicht nur falsch, weil der Mensch nie so allwissend sein wird wie der Dämon von Laplace oder ein Quantenphysiker, der nicht darauf hoffen darf, jemals den mikroskopischen Zustand der Welt zu kennen. Sie ist falsch, weil sie das logische Fundament der Naturwissenschaften zerstört. Man kann nicht von der beliebigen – also durch keine Gesetzmäßigkeit bedingten &#8211; Wiederholbarkeit gesetzhafter Geschehen im Experiment ausgehen und zur gleichen Zeit die durchgehende Gesetzhaftigkeit der Natur postulieren. Das eine Mal wird eine Welt der Freiheit, das andere Mal eine Welt der Notwendigkeit postuliert. Wissenschaft ist erst in dem Augenblick widerspruchsfrei, wo sie beide Dimensionen als Voraussetzung ihrer eigenen Methode und Weltsicht anerkennt: die Notwendigkeit undund die Freiheit.</p>
<p>&gt; <strong></strong><strong><a title="“Freiheit und Wunder, Teil 3 – Lücke im Gewebe der Notwendigkeiten” bearbeiten" href="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=604" target="_self">Freiheit und Wunder, Teil 3 – Lücke im Gewebe der Notwendigkeiten</a></strong></p>
<p>http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=604</p>
<p>©14.11.2011 &#8211; Gero Jenner</p>
<p>http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Freiheit_und_Wunder.html</p>
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		<title>Freiheit und Wunder, Teil 1/3 &#8211; 400 Jahre Dogma und Selbstverleugnung</title>
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		<pubDate>Sun, 06 Nov 2011 12:14:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit dem 17. Jahrhundert scheint sich Wissenschaft kein anderes Ziel zu setzen als das der Entzauberung und Enträtselung. In hartem Kampf gegen die Kirche hat sie das Wunder mit dem Stahlbesen aus der Natur getrieben. „Es geht alles mit ganz natürlichen Dingen zu“ – das ist der Slogan, der uns in den Ohren dröhnt. Die Natur wurde sterilisiert, das Geheimnis sollte und durfte in ihr keinen Platz einnehmen. An dieser Entzauberung hat sich die Philosophie machtvoll beteiligt. So heißt es etwa bei Leibniz (1646 &#8211; 1716): „dass alles durch ein festgestelltes Verhängnis herfürgebracht werde ist ebenso gewiss, als drei mal drei neun ist. Denn das Verhängnis besteht darin, dass alles aneinander hänget wie eine Kette, und ebenso ohnfehlbar geschehen wird, ehe es geschehen, als ohnfehlbar es geschehen ist, wenn es geschehen&#8230; so gar, dass wenn einer eine genugsame Insicht in die inneren Teile der Dinge haben könnte, und dabei Gedächtnis und Verstand genug hätte, um alle Umstände vorzunehmen und in Rechnung zu bringen, würde er ein Prophet sein, und in dem Gegenwärtigen das Zukünftige sehen, gleichsam als in einem Spiegel“.</p>
<p>Mit anderen Worten, die Natur ist im Prinzip – „wenn nur einer Gedächtnis und Verstand genug hätte“ &#8211; eine durch und durch berechenbare Maschine, ein Uhrwerk, wo alles nach unverbrüchlichen, ewigen Gesetzen geschieht. Drei Jahrhunderte später finden wir bei einem Denker von vergleichbarer Statur, bei dem großen Mathematiker und Philosophen Bertrand Russell (1872 &#8211; 1970), denselben Gedanken nur in eine etwas modernere Form gegossen: „Man geht davon aus, dass die Materie aus Elektronen und Protonen besteht, die von endlicher Größe sind und von denen es nur eine endliche Zahl in der Welt gibt&#8230; Die Gesetze dieser Änderungen lassen sich anscheinend in einer kleinen Zahl sehr allgemeiner Prinzipien zusammenfassen, welche die Vergangenheit und Zukunft der Welt determinieren, sobald irgendein kleiner Ausschnitt des Weltgeschehens bekannt ist“. Kein Geringerer als Albert Einstein hat diese Überzeugung auf die kürzeste jemals für die Welt als Uhrwerk gefundene Formel gebracht. Einsteins Diktum lautet in aller Knappheit: „Gott würfelt nicht“. Mit anderen Worten: Gott hat eine Maschine erfunden, die nach Gesetzen funktioniert und wo Freiheit – der Würfel – keinen Platz haben kann.</p>
<p>Einstein hat sich darin als begeisterter Schüler des Philosophen Baruch Spinoza (1632 &#8211; 1677) erwiesen &#8211; auch für diesen hat es in der gesamten Natur nicht den Funken von Freiheit gegeben. Wenn wir von Zufall sprächen, würden wir damit allein die Tatsache ausdrücken, dass wir bestehende Notwendigkeiten noch nicht als solche durchschauen. „Nachdem ich hier sonnenklar gezeigt habe, dass es ganz und gar nichts in den Dingen gibt, weswegen sie zufällig heißen dürften, will ich jetzt mit ein paar Wörtern auseinandersetzen, was wir unter zufällig zu verstehen haben&#8230; /zufällig/ heißt ein Ding&#8230; allein im Hinblick auf einen Mangel unserer Erkenntnis und sonst aus keiner anderen Ursache.“</p>
<p>Freiheit und Wunder? Wo sind diese im heutigen Weltbild der Wissenschaften zu finden? Haben diese nicht alles, was daran erinnern könnte, mit herrischer Vernunft aus der Natur hinausgetrieben? Ist die Natur unter ihrem analytischen Griff nicht zu einem toten Gehäuse geworden, entleert von allem Geheimnis und letztlich vom Leben, weil Natur nicht mehr als bloße Mechanik sei &#8211; von Physikern, Biogenetikern, Chemikern usw. restlos in ihre abstrakten Grundelemente zerlegt?</p>
<p><strong>Die kurzlebige Erschütterung durch die Quantenphysik</strong></p>
<p>Vor einem Jahrhundert sah es zeitweilig anders aus. Die in den ersten Jahrzehnten des zwanzigsten Jahrhunderts zu plötzlicher Prominenz aufgerückte Quantenphysik schien dem Ehrgeiz der totalen Enträtselung Einhalt zu gebieten. Der Nobelpreisträger Werner Heisenberg (1901 &#8211; 1976) wies das bis dahin geltende Grundprinzip der klassischen Physik zurück, wonach man jeder bestimmten Wirkung auch eine ganz bestimmte Ursache zurechnen könne. Eine Wirkung wie der Zerfall eines bestimmten Atoms besaß nur noch eine numerisch präzisierbare Tendenz auf bestimmte Anfangsbedingungen zu folgen. Heisenberg drückt das auf folgende Weise aus. „Zum Beispiel kann ein Radiumatom ein Alpha-Teilchen aussenden. Wenn die Aussendung des Alpha-Teilchens beobachtet wird, so fragen die Physiker &#8230;nicht mehr nach einem vorausgehenden Vorgang&#8230; Logisch wäre es durchaus möglich, nach einem solchen&#8230; Vorgang zu suchen&#8230; Warum hat sich nun die wissenschaftliche Methode&#8230; in dieser sehr grundlegenden Frage geändert? &#8230; Wenn wir den Grund dafür wissen wollen, warum das Alpha-Teilchen eben in diesem Augenblick emittiert wurde, so müssten wir dazu den mikroskopischen Zustand der ganzen Welt, zu der auch wir selbst gehören, kennen, und das ist sicher unmöglich.“</p>
<p>Man beachte, der Determinismus – die mechanistische Sicht auf Mensch und Natur – ist auch bei Heisenberg keineswegs aufgegeben. Er weicht nur einer vorsichtigeren Formulierung. Wir können den mikroskopischen Zustand der ganzen Welt unmöglich kennen. Nur weil uns solche Allwissenheit für immer versagt bleibt, werden wir die Mechanik des uns umgebenden Geschehens nie ganz entschlüsseln können. Würden wir jedoch nach Art einer unendlichen Intelligenz den gesamten Zustand der Welt vor Augen haben, dann dürften wir immer noch mit Einstein behaupten, dass Gott auch im Allerkleinsten nicht würfelt. Denn Gott würde wissen, warum ein bestimmtes Atom gerade jetzt zerfällt. Aus Heisenbergs philosophischen Bemerkungen zur Quantenphysik lässt sich keineswegs folgern, dass die moderne Physik der Natur die verlorene Freiheit zurückgegeben hätte. Eine derartige Rolle haben ihr nur Enthusiasten angedichtet, zu denen etwa Fritjof Capra gehört. Er und andere Vertreter des New Age schwärmten vom „Tao der Physik“: einem Weltbild der Freiheit, das sie aus der Quantenphysik ableiten wollten. Von solchen Bemühungen ist inzwischen kaum mehr die Rede. Obwohl die praktische Bedeutung der Quantenphysik in den vergangenen Jahrzehnten mit jedem Tag größer wurde, ist es um ihre vermeintlich revolutionären Auswirkungen auf unsere Weltsicht recht still geworden. Die Quantenphysik hat die Welt nur noch weiter enträtselt – das Geheimnis hat sie ihr nicht zurückgegeben.</p>
<p><strong>Bleibt der Mensch als Refugium der Freiheit?</strong></p>
<p>Nun, das war jetzt ein rasender Höhenflug über vierhundert Jahre Geschichte der wissenschaftlichen Natursicht. Wer aus solcher Entfernung nach unten schaut, sieht nichts mehr von Hügeln und Tälern. Die aber waren natürlich immer vorhanden. Deutsche Romantik und philosophischer Idealismus, Vitalismus und nicht zuletzt der Existenzialismus haben gegen das später so genannte „mechanistische Weltbild“ mit aller Kraft protestiert. Sie haben es hinterfragt, zu widerlegen oder mindestens zu relativieren versucht. Es bleibt aber die Frage, was von ihren Bemühungen übrig blieb? So gut wie nichts, muss man wohl sagen, wenn man sie im Hinblick auf ihre Nachhaltigkeit bewertet. Nach wie vor gehen die Naturwissenschaften davon aus, dass die Welt eine Maschine sei, die sie in ständig fortschreitendem Maße enträtseln. Ihr Erfolg, so wie er sich in der siegreichen wissenschaftlich-technischen Zivilisation unserer Zeit manifestiert, scheint ihnen recht zu geben.</p>
<p>Muss der Leser nicht umso mehr über den seltsamen Titel erstaunen? Freiheit und Wunder? Ja, wo findet man diese im Weltbild der Wissenschaften?</p>
<p>Oder sind hier etwa die Geisteswissenschaften gemeint? Diese haben es bekanntlich mit dem Menschen zu tun; Physik, Chemie, Astronomie, Atomphysik usw. dagegen ausschließlich mit der nicht-menschlichen Natur. Die empirischen Naturwissenschaften haben die Freiheit aus der Welt als Uhrwerk eskamotiert, aber läuft das zwangsläufig darauf hinaus, dass sie nun auch im Menschen keinen Platz mehr findet? Ist es den Wissenschaften vom Menschen gelungen, das tote Uhrwerk der Natur wieder mit Leben und Freiheit aufzufüllen?</p>
<p>In der frühesten Form seiner Wissenschaft von Mensch und Natur &#8211; zu der wir die verschiedenen Spielarten der Religion rechnen können &#8211; hat der Mensch vorzugsweise sich selbst eine Stellung an der Spitze der Schöpfung vorbehalten. Er hat sich über die Natur gestellt, wollte mehr und etwas Höheres sein als diese. Warum sollte er nicht Geheimnis, Spontaneität und Kreativität – die Attribute der Freiheit &#8211; für sich selbst reservieren, während er die Dinge der ihn umgebenden Natur dem Zwang der Gesetze ausliefert?</p>
<p>Auf diese Frage hat der brillante Spötter Voltaire (1794 &#8211; 1878) eine für die Folgezeit autoritative Antwort gegeben: „Es wäre schon recht erstaunlich“, schrieb der französische Aufklärer, „wenn alle Sterne ewiger Gesetzhaftigkeit unterliegen, während nur ein unscheinbares Tier von fünf Fuß Größe sich nach Belieben ihnen widersetzen darf, gerade wie seine Launen es ihm gebieten. Dann würde es dem Zufall gehorchen, aber man weiß, dass der Zufall ein Nichts ist. Dieses Wort haben wir erfunden, um die bekannte Wirkung für eine nicht bekannte Ursache zu bezeichnen.“ In diesem Diktum spiegelt Voltaire die Auffassung der Wissenschaften, wonach die Natur eine Einheit sei. Wäre es nicht unsinnig, sie in zwei Hälften zu zerlegen, so als würden die Gesetze der einen Hälfte nicht für die andere gelten? Das entspräche einem vorwissenschaftlichen Weltbild. Bertrand Russell, der sich auch hier auf den in der Wissenschaft vorherrschenden Standpunkt stellt, bleibt zwei Jahrhunderte später ganz auf der Linie des großen Franzosen. „Wir wissen nicht, auf welche Weise sie /die Einzeller/ sich am Anfang entwickelten, aber ihre Entstehung ist nicht geheimnisvoller als die der Heliumatome. Es gibt keinen Grund für die Vermutung, dass die lebende Materie Gesetzen unterworfen ist die verschieden von denen sind, welchen die nicht-lebende gehorcht. Und es gibt gute Gründe anzunehmen, dass theoretisch alles im Verhalten der lebenden Wesen in den Begriffen der Physik und der Chemie erklärt werden kann.“</p>
<p><strong>Bei Heidegger wird die Natur in zwei Hälften zerrissen</strong></p>
<p>Ungefähr zu derselben Zeit, als Russell dieses Statement abgab, hat ein existenzialistischer Denker, Martin Heidegger, das darin formulierte Weltbild gewaltsam durchbrochen. Er tat dies allerdings nicht wie der englische Philosoph in der Tradition rationalen Denkens, sondern indem er sich von diesem losriss und einfach einen Ukas erließ. Der Mensch sollte frei sein. Dem Verdikt der Wissenschaften stellt der deutsche Prophet sein Credo entgegen. Der Mensch entwerfe sich selber, kraft seiner Freiheit löse er sich aus den Zwängen der Natur, er überwinde sie durch seine Selbstbestimmung. Wohlgemerkt, nur der Mensch. Die Natur bleibt von dieser dekretierten Befreiung ausgenommen. Auch bei Heidegger bleibt sie, was sie für die Wissenschaft ist: ein sinnloses, mechanisches, im Prinzip nach Belieben manipulierbares Gegenüber. Heideggers Welt ist gespalten in eine unfreie Natur, die den Gesetzen verfallen ist, und einen freien Menschen, der sich in diese sinnlose Gesetzesmaschinerie geworfen findet. So geraten wir unversehens in ein vorwissenschaftliches Weltbild zurück. Während die Naturwissenschaften die Welt als unteilbares Ganzes sehen – ihre Gesetze gelten gleichermaßen für Steine, Wolken und lebende Wesen -, reißt Heidegger sie mit Gewalt auseinander. Hier die toten Dinge der Welt als Maschine und Uhrwerk, dort der heillos einsame Mensch, der als einziger die Freiheit zur Selbstbestimmung besitzt.</p>
<p>Das war – sieht man von der New-Age-Bewegung einmal ab &#8211; der bisher letzte Ausbruchsversuch aus dem „mechanistischen Weltbild“. Die Naturwissenschaften selbst haben davon so wenig Notiz genommen wie von der machtvollen Esoterikwelle, die seit Jahrzehnten rund um den Globus schwappt. Welch ein schroffer Gegensatz! Während überall auf der Welt Mathematiker, Ingenieure, Atomphysiker und Astronomen mit Formeln hantieren, um die Natur auf ein verlässliches Regelmaß zu reduzieren, besiedeln Esoteriker in heftiger Geschäftigkeit die kahle Maschinerie eines entzauberten Alls mit selbsterschaffenen Geistern, Gespenstern, Feen, Sandmännern und Dämonen. Dazu bedienen sie sich aller Versatzstücke, die sie aus dem kulturellen Nachlass sämtlicher Weltkulturen von der Edda bis zum tibetanischen Totenbuch schöpfen. Während die einen unablässig entzaubern, sind die anderen mit künstlicher Verzauberung beschäftigt. Verzweifelt und mit zweifelhaften Mitteln bemühen sie sich, einer unter den Händen der Wissenschaftler zum mechanischen Spielzeug erstarrten Welt Leben und Atem einzuhauchen.</p>
<p>&gt; <strong></strong><strong><a title="“Freiheit und Wunder, Teil 2 – Beschwörung von Freiheit und Wunder” bearbeiten" href="http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=615" target="_self">Freiheit und Wunder, Teil 2 – Beschwörung von Freiheit und Wunder</a></strong></p>
<p>http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=615</p>
<p>©14.11.2011 &#8211; Gero Jenner</p>
<p>http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Freiheit_und_Wunder.html</p>
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		<title>„Hazard” als Bedingung für Freiheit</title>
		<link>http://www.felderfilm.de/blog/zufall/?p=585</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 13:53:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dem englischen Mathematiker und Philosophen John G.Bennet zufolge macht erst die Möglichkeit des Versagens die Dinge „wirklich“. So ist echte Freiheit nach Bennett nur in nicht-determinierten Lebenssituationen denkbar,  deren möglicher Ausgang also tatsächlich offen steht. Diese Fälle, deren  besondere Eigenart er mit dem Vorhandensein von &#8220;Hazard&#8221; (englisch für  Gefährdung, Gefahr, Gefahrenmoment, Risiko, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dem englischen Mathematiker und Philosophen John G.Bennet zufolge macht erst die Möglichkeit des Versagens die Dinge „wirklich“. So ist echte Freiheit nach Bennett nur in nicht-determinierten Lebenssituationen denkbar,  deren möglicher Ausgang also tatsächlich offen steht. Diese Fälle, deren  besondere Eigenart er mit dem Vorhandensein von &#8220;Hazard&#8221; (englisch für  Gefährdung, Gefahr, Gefahrenmoment, Risiko, Wagnis, Zufall) beschreibt,  ermöglichen aufgrund dieses nicht-determinierten Moments dem Individuum  eine tatsächliche freie Willensentscheidung – beinhalten also eine  wirkliche Unsicherheit.</p>
<p>In seinem Hauptwerk <em>The Dramatic Universe</em> behauptet Bennett,  dass solche Situationen nicht auf die menschliche Wahrnehmung begrenzt  seien, sondern dass Momente des Hazards ganz konkret auf physikalischer  Ebene zur Grundbedingung des Universums gehören (was auch interessante  Querverweise zu Erkenntnissen der modernen Quantenphysik eröffnet). Es  gibt keinen perfekten Zustand, der von diesem Zusammenspiel von  Unsicherheit und Wille (bzw. Naturgesetzen) frei wäre, da Hazard eine  „Grundkonstante“ der Wirklichkeit darstellt.</p>
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		<title>Zufall und freier Wille</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 20:58:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Determinismus]]></category>
		<category><![CDATA[Ding an sich]]></category>
		<category><![CDATA[freier Wille]]></category>
		<category><![CDATA[Immanuel Kant]]></category>
		<category><![CDATA[Kritik der reinen Vernunft]]></category>
		<category><![CDATA[Zufall]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwischen den Begriffen Zufall und freier Wille existiert ein enger Zusammenhang. Es kann argumentiert werden, dass eine freie Entscheidung, zumindest teilweise, durch andere Einflüsse (innerer und äußerer Art) nicht beeinflusst ist. Sie ist also nicht determiniert. Dies lässt sich indes gerade auch als Definition von Zufall ansehen: Nach der Auffassung kann es in einem Universum ohne Zufall keinen freien Willen geben, da jede Entscheidung bei Kenntnis aller Einflussgrößen vorhergesagt werden könnte. Aber wenn unsere Entscheidungen zufällig zustande kommen, ist das erst recht nicht, was wir uns unter freiem Willen vorstellen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwischen den Begriffen Zufall und freier Wille existiert ein enger Zusammenhang. Es kann argumentiert werden, dass eine freie Entscheidung, zumindest teilweise, durch andere Einflüsse (innerer und äußerer Art) nicht beeinflusst ist. Sie ist also nicht determiniert. Dies lässt sich indes gerade auch als Definition von Zufall ansehen: Nach der Auffassung kann es in einem Universum ohne Zufall keinen freien Willen geben, da jede Entscheidung bei Kenntnis aller Einflussgrößen vorhergesagt werden könnte. Aber wenn unsere Entscheidungen zufällig zustande kommen, ist das erst recht nicht, was wir uns unter freiem Willen vorstellen.</p>
<p>Immanuel Kant schlägt dafür in der Kritik der reinen Vernunft folgenden Ausweg vor: Der Widerspruch zwischen Determinismus und Unbestimmtheit des Willens („Antinomie“ der Willensfreiheit) entsteht nur, wo Erscheinungen (der Erfahrungswelt) mit dem „Ding an sich“ gleichgesetzt werden. „Denn, sind Erscheinungen Dinge an sich selbst, so ist Freiheit nicht zu retten. (…) Wenn dagegen Erscheinungen für nichts mehr gelten, als sie in der Tat sind, nämlich nicht für Dinge an sich, sondern bloße Vorstellungen, die nach empirischen Gesetzen zusammenhängen, so müssen sie selbst noch Gründe haben, die nicht Erscheinungen sind.“ (B 564f, Kritik der reinen Vernunft). Willensfreiheit bedeutet danach „das Vermögen, einen Zustand von selbst anzufangen“ (B 561, Kritik der reinen Vernunft).</p>
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		<title>Zufall und Determinismus</title>
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		<pubDate>Sat, 12 Jun 2010 21:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Determinismus]]></category>
		<category><![CDATA[Quantenphysik]]></category>
		<category><![CDATA[Unschärferelation]]></category>
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		<description><![CDATA[Teilbereiche der Philosophie beschäftigen sich mit der Frage, ob unsere Welt im innersten deterministisch (also kausal eindeutig vorherbestimmt) oder zufällig ist. Bei auf den ersten Blick zufällig erscheinenden Ereignissen stellt sich die Frage, ob der Beobachter lediglich zu wenig Informationen hatte, um eine exakte Vorhersage zu treffen, oder ob das beobachtete System in sich zufällig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Teilbereiche der Philosophie beschäftigen sich mit der Frage, ob unsere Welt im innersten deterministisch (also kausal eindeutig vorherbestimmt) oder zufällig ist. Bei auf den ersten Blick zufällig erscheinenden Ereignissen stellt sich die Frage, ob der Beobachter lediglich zu wenig Informationen hatte, um eine exakte Vorhersage zu treffen, oder ob das beobachtete System in sich zufällig ist.</p>
<p>Bei der ersten Art – den deterministischen Systemen – ist das Ergebnis eines Experiments bei identischen Bedingungen immer gleich. Eine beobachtete Varianz lässt darauf schließen, dass der Beobachter an zumindest einer Stelle ungenau gemessen hat. Heute untersucht die Chaosforschung deterministisch chaotische Systeme; das sind deterministische Systeme, die sich aber aufgrund ihrer großen Komplexität für den Menschen momentan unvorhersagbar verhalten.</p>
<p>Dies beschäftigte auch den Astrophysiker Steven Klein und ließ ihn zu folgender Auffassung kommen :&#8221;Es gibt keinen Zufall, lediglich eine Menge unbestimmter Faktoren die wir weder beeinflussen können noch wollen.&#8221; Als Beispiel bringt er das berühmte `Münzenwerfen`, welches unter anderem von der Oberfläche der Münze, Luftdruck/-temperatur, oder etwa einem Luftzug abhänge. &#8220;Natürlich gibt es auch komplexere Beispiele, wie zum Beispiel das Wetter. Die Annahme &#8220;das Wetter ist unvorhersehbar&#8221; ist aber falsch. Es werden lediglich zu wenig Parameter verwendet.&#8221;(Lexikon der Paranomalie III, Kapitel 20, S. 596, Zeile 5ff.)</p>
<p>Die Quantenphysik hat eine neuerliche Diskussion darüber ausgelöst, ob die Welt fundamental deterministischen oder im innersten zufälligen Prinzipien gehorcht. Eine der vorherrschenden Deutungen der Quantentheorie (Kopenhagener Deutung) legt z. B. nahe, dass gleiche Experimente unterschiedliche Ergebnisse hervorbringen können. Ein gutes Beispiel hierfür ist der radioaktive Zerfall. Hier ist zwar bekannt, dass nach dem Verstreichen der Halbwertszeit hinreichend genau die Hälfte der radioaktiven Atome zerfallen sein werden – welche einzelne Atome zerfallen sein werden, lässt sich hingegen nicht vorhersagen.</p>
<p>Ein weiteres Problem, das die Quantenphysik aufwirft, ist die Unschärferelation. Nach dieser ist es z.B. nicht möglich, Ort und Impuls eines Teilchens gleichzeitig exakt zu kennen. Daher können nicht alle für eine Berechnung nötigen Variablen bestimmt werden.<br />
Es gibt alternative Deutungen der Quantenmechanik, die vorschlagen, dass verborgene Variablen der Grund für die scheinbar zufälligen Phänomene sind, d.h. dass die beobachteten Zufälle eigentlich deterministische Prozesse sind und die Wissenschaft derzeit die zugrundeliegenden Gesetzmäßigkeiten nur noch nicht kennt.</p>
<p>Daneben gibt es eine Theorie, die besagt, dass zufällige Quanteneffekte nur auf mikroskopischer Ebene eine Rolle spielen und diese Effekte nicht in den Makrokosmos durchdringen. Größere Objekte blieben somit von Quanteneffekten zunehmend unberührt und verhalten sich deterministisch.</p>
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