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	<title>Prinzip Zufall &#187; Psychologie</title>
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	<description>Kunst und Parapsychologie</description>
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		<title>Es ist möglich, eine negative Zukunft zu vermeiden</title>
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		<pubDate>Fri, 16 Mar 2012 14:28:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interviews]]></category>
		<category><![CDATA[Präkognition]]></category>
		<category><![CDATA[Psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[Roger Penrose]]></category>
		<category><![CDATA[Zukunft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie weit kann man denn in die Zukunft sehen?
Der englische Mathematiker und Physiker Roger Penrose hat sich mit   seiner Theorie, dass das menschliche Bewusstsein und der Geist auf   Quantenmechanik basieren, durchaus nicht beliebt gemacht.   Quantenmechanik &#8211; hier setzt der gesunde Menschenverstand des   Alltäglichen aus, hier regiert der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<h2>Wie weit kann man denn in die Zukunft sehen?</h2>
<p>Der englische Mathematiker und Physiker Roger Penrose hat sich mit   seiner Theorie, dass das menschliche Bewusstsein und der Geist auf   Quantenmechanik basieren, durchaus nicht beliebt gemacht.   Quantenmechanik &#8211; hier setzt der gesunde Menschenverstand des   Alltäglichen aus, hier regiert der Zufall, nicht die Kette von Ursache   und Wirkung.</p>
<p>Jedoch hat diese umstrittene Theorie durchaus  interessante  Konsequenzen, sollte sie denn stimmen: Der Mensch könnte  in der Lage  sein, in die Zukunft zu blicken &#8211; und diese zu  beeinflussen. Markus  Maier ist ein Psychologe an der  Ludwig-Maximilians-Universität München.  Er hat diesen Aspekt der  Theorie mit Experimenten überprüft und kommt zu  einem erstaunlichen  Ergebnis.</p>
<h3>Interview mit Psychologe Markus Maier.</h3>
<p><strong>Wie kommt man als Psychologe dazu, Forschung für die Physik zu machen?</strong></p>
<p>Markus   Maier: Für mich war es so, dass in meiner Person zwei Interessen   zusammenkommen. Irgendwann habe ich dann festgestellt, dass es   Verbindungsstücke zwischen der Physik und der Psychologie gibt. In der   Quantenphysik gibt es Begriffe wie Bewusstsein oder Bewusstseinsmoment;   dafür haben die Physiker keine mathematische Formel. Sie führen diese   Begriffe einfach ein, weil sie diese brauchen. Und dann habe ich mir   gedacht, dass vielleicht die Psychologen, die ja sehr viel wissen über   das Bewusstsein und Unbewusstsein und wie man es misst, helfen könnten,   diese Lücke in der Physik zu schließen. Dann habe ich die Bücher von   Roger Penrose gefunden, in denen er mit einem Anästhesisten zusammen   spekuliert, wie Quantenphysik zusammenhängt mit Gehirnprozessen und wie   das wiederum zusammenhängt mit bewussten und unbewussten Prozessen.</p>
<p><strong>Nun ist ja Penroses Theorie sehr umstritten.</strong></p>
<p>Die   ist total umstritten, natürlich. Da stimmt auch vieles wahrscheinlich   nicht. Aber Penrose hat über den Tellerrand hinausgeschaut. Er hat es   gewagt, etwas Riskantes zu behaupten. Damit stößt er eine Lawine von  Forschungsarbeiten an.</p>
<p><strong>Die  Kurzzusammenfassung von Penroses  Theorie lautet, dass Bewusstsein ein  quantenmechanisches Phänomen ist  und nicht deterministisch. Welche  experimentellen Hinweise gibt es denn  dafür?</strong></p>
<p>Keine, die ich  kennen würde. Die Theorie ist ja sehr  komplex. Zum einen behauptet er,  dass im Gehirn quantenmechanische  Prozesse stattfinden. Wenn die  kollabieren, dann nehmen wir etwas  bewusst wahr. Zusätzlich dazu nimmt  er dann zusammen mit Hameroff,  einem Anästhesisten an, dass die  Mikrotubuli, bestimmte Teile im  Nervensystem, dafür verantwortlich sind,  dass quantenmechanische  Superposition entsteht. Dafür gibt es erste  biologische Hinweise. Also  für Teilaspekte der Theorie gibt es durchaus  interessante Befunde, für  andere gar nicht. Meine Daten zum Beispiel  zeigen möglicherweise, dass  es eine Zeitumkehrung im Unbewussten gibt.  Dass im Unbewussten  Vergangenheit und Zukunft austauschbar sind deutet  wohl darauf hin,  dass Penroses Annahme stimmt: Nur in der  Quantenmechanik kann man eine  Zeitumkehrung annehmen. Das ist aber auch  umstritten. Man ist also  dran, wie bei einem Mosaik einzelne Bausteine  experimentell zu  überprüfen und müsste sich dann das große Bild noch  einmal anschauen.</p>
<p><strong>In Ihren Experimenten ging es also um die Zeitumkehrung im Unbewussten. Was genau haben Sie versucht, da zu erforschen?</strong></p>
<p>Im   Prinzip haben wir ein subliminales Priming-Experiment durchgeführt,  nur  umgedreht. Bei diesem Experiment ist es so, dass etwas dargeboten  wird  unterhalb der bewussten Wahrnehmung, also subliminal &#8211; ein  negatives  Bild zum Beispiel, und danach wird die emotionale Reaktion  gemessen. Das  haben wir auch gemacht, nur dass wir es zeitlich  umgekehrt haben. Wir  haben also vorher die Reaktion erfasst und danach  den  reaktionsauslösenden Reiz dargeboten. Das macht aus der klassischen   Sicht keinen Sinn, weil: Wie sollte etwas kausal auf meine Reaktion   wirken, wenn es erst in der Zukunft angeboten wird? Aber in der Theorie   von Penrose sollte das durchaus möglich sein, solange die Reaktion und   das, was wahrgenommen wird, unbewusst dargeboten werden. Wir wollten  nun  wissen, ob eine Versuchsperson in der Lage ist, etwas Negatives   vorherzusehen und entsprechend darauf zu reagieren, es also zu   vermeiden. Die Versuchsperson sollte also keine Ahnung haben, dass in   der Zukunft etwas Negatives dargeboten wird, aber auch keine Ahnung   davon haben, dass sie reagiert.</p>
<p><strong>Und wie sahen die Experimente dann aus?</strong></p>
<p>Die   Versuchspersonen mussten Tasten drücken, ohne dass sie wussten zu   welchem Zweck. Eine Taste führte zu einem positiven Bild, die andere zu   einem negativen Bild. Wenn die Versuchsperson die Zukunft kennt, müsste   sie auch wissen, was potentiell passieren wird und folglich ein   unbewusstes Entscheidungsverhalten einbauen. Wenn man keine Ahnung von   der Zukunft hat, würde man also zu fünfzig Prozent negative und zu   fünfzig Prozent positive Bilder sehen. Was wir finden, ist eine   Abweichung der negativen Bilder &#8211; im Schnitt 1,7 Prozent Abweichung vom   Zufall.</p>
<p><strong>Das ist ja nun sehr wenig. Kann dieser Effekt nicht einfach nur Zufall sein?</strong></p>
<p>Nein,   denn es ist signifikant statistisch abgesichert. Außerdem haben wir   keinen riesigen Effekt erwartet, denn es ist ja ein sehr komplexes   Phänomen. Wir haben ein sehr ungenaues Maß für die Messung der   Entscheidung der Person genommen. Außerdem haben wir den Effekt   repliziert, was in der Psychologie viel wichtiger ist: dass etwas   wiederholt gezeigt werden kann. Ich habe jetzt neun Experimente gemacht,   sieben davon haben funktioniert. Aus meiner Erfahrung mit der   psychologischen Forschung ist das sehr gut &#8211; normalerweise funktioniert   bei einem psychologischen Experiment die Hälfte und die andere Hälfte   nicht. Die Replikationsrate bei uns ist höher: Sie liegt bei zwei   Drittel, sonst wäre ich ja damit niemals an die Öffentlichkeit gegangen.</p>
<p><strong>Sind die entsprechenden Artikel schon veröffentlicht?</strong></p>
<p>Noch nicht. Unsere Forschung wird jetzt auf einer Konferenz im April zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt.</p>
<p><strong>Haben Sie nicht Angst, dann als verrückter Professor dargestellt zu werden?</strong></p>
<p>Nein.   Ja, es wird passieren aber ich habe keine Angst davor. Ich glaube,  wenn  es ein wirklicher Effekt ist, dann ist es wichtig, ihn zu  untersuchen,  denn das hat Implikationen. Wir sehen in den Experimenten  ja, dass es  möglich ist, eine negative Zukunft zu vermeiden.</p>
<p><strong>Was  machen  Sie, wenn jemand versucht, die Experimente nachzumachen und den  Effekt  erneut nachzuweisen &#8211; und es funktioniert nicht?</strong></p>
<p>Dann  würde  ich sagen, gut, dann habe ich unrecht gehabt. Dann kann ich  damit leben.  Innovation ist, dass man etwas Verrücktes probiert.</p>
<p><strong>Letzte Frage: Wie weit kann man denn in die Zukunft sehen?</strong></p>
<p>Bei unseren Experimenten 500 ms. Eine halbe Sekunde.</p>
<p>Artikel vom 15.3.2012 aus</p>
<p><a href="http://www.zeitjung.de/zukunft/7463-es-ist-moeglich-eine-negative-zukunft-zu-vermeiden-koennen-menschen-die-zukunft-vorhersagen/">News Detail Zukunft Zeitjung</a></p>
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